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Grundlagen

Was sind Elektrolyte und wo sind sie drin?

Elektrolyte sind Mineralstoffe, die sich in Wasser in geladene Teilchen lösen. Die sieben im Körper, die Mengen der DGE und das, was auf dem Etikett steht.

15 Min. Lesezeit

Elektrolyte sind Mineralstoffe, die sich in Wasser in geladene Teilchen auflösen. Im Körper sind das vor allem sieben Stoffe: Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium, Magnesium, Phosphat und Hydrogencarbonat. Der Name kommt aus der Chemie, denn eine Lösung mit solchen Teilchen leitet Strom. Auf einer Packung heißen dieselben Stoffe meist einfach Mineralstoffe.

Kleine Häufchen Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Mandeln, Cashewkerne, helle Nüsse, Linsen, Kakaopulver und Vollkornnudeln auf einer hellen Steinfläche, dazu eine Schale Haferflocken und ein Glas Wasser.
Kalium steckt in Nüssen und Getreide, Magnesium in Hülsenfrüchten. Was ein Wasser enthält, steht auf der Flasche in mg je Liter.

Kurz gesagt

  • Elektrolyte sind Salze, die sich in Wasser in geladene Teilchen trennen. Im Körper sind das sieben Stoffe, darunter Natrium, Kalium und Magnesium.
  • Bis zu 95 Prozent des Natriums liegen außerhalb der Zellen, 98 Prozent des Kaliums innen (EFSA 2019, BfR).
  • Die DGE nennt am Tag 1.500 mg Natrium, 4.000 mg Kalium, 2.300 mg Chlorid, 1.000 mg Calcium, 300 bis 350 mg Magnesium und 550 mg Phosphor.
  • Ein Liter Schweiß enthält 230 bis 1.610 mg Natrium, dazu Kalium, Calcium und Magnesium in viel kleineren Mengen (Baker 2017, 2019).
  • Auf dem Etikett steht Natrium als Salz, gerechnet als Natrium mal 2,5. Für Kalium, Chlorid, Calcium, Magnesium und Phosphor gibt es Referenzwerte, die NRV.

Was sind Elektrolyte?

Elektrolyte sind Stoffe, die in Wasser in geladene Teilchen zerfallen. Kochsalz ist das einfachste Beispiel: Im Glas trennt es sich in Natrium mit Plus-Ladung und Chlorid mit Minus-Ladung. Solche Teilchen heißen Ionen, und eine Lösung mit Ionen leitet Strom. Daher der Name. Im Körper sind alle wichtigen Mineralstoffe auf diese Weise gelöst.

Ein Elektrolyt und ein Mineralstoff sind also oft dasselbe, nur anders betrachtet. Mineralstoff beschreibt den Stoff auf der Packung, Elektrolyt seinen Zustand im Wasser. Zucker löst sich auch in Wasser, zerfällt dabei aber nicht in geladene Teilchen. Zuckerwasser leitet keinen Strom, Salzwasser schon. Das trennt die beiden Gruppen.

Im Alltag meint das Wort meist etwas Engeres: die Mineralstoffe in einem Getränkepulver, also Natrium, Kalium, Magnesium und Chlorid als Salze. Was in so einer Mischung steckt, steht in der Zutatenliste. Die Mengen je Portion stehen in der Nährwerttabelle. Wie Du beides liest, kommt weiter unten.

Welche Elektrolyte gibt es?

Sieben spielen im Körper die Hauptrolle. Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium tragen eine Plus-Ladung, Chlorid, Phosphat und Hydrogencarbonat eine Minus-Ladung. Natrium und Chlorid liegen vor allem außerhalb der Zellen, Kalium fast ganz innen: bis zu 95 Prozent des Natriums außen, 98 Prozent des Kaliums innen [1][12]. Im Blut hält der Körper die Werte in einem engen Bereich.

Grafik mit zwei Feldern und sieben Chips: links das Feld außerhalb der Zellen mit Natrium bis zu 95 Prozent und Chlorid 88 Prozent, rechts das Feld in den Zellen mit Kalium 98 Prozent; darunter die sieben Elektrolyte als Chips mit Plus- und Minus-Zeichen.
Sieben Elektrolyte, zwei Seiten der Zellwand: Natrium und Chlorid liegen vor allem außen, Kalium fast ganz innen.
Die sieben Elektrolyte des Körpers mit ihrer Ladung und dem Namen, unter dem sie auf einem Etikett erscheinen
ElektrolytLadungAuf dem Etikett
Natriumplusals Salz in der Nährwerttabelle
KaliumplusKalium, in mg und Prozent NRV
Calciumplus, zweifachCalcium, in mg und Prozent NRV
Magnesiumplus, zweifachMagnesium, in mg und Prozent NRV
ChloridminusChlorid, in mg und Prozent NRV
Phosphatminusals Phosphor, in mg und Prozent NRV
HydrogencarbonatminusMineralwasser: mg je Liter

Natrium steht in der Nährwerttabelle als Salz, siehe unten. Phosphat wird als Phosphor angegeben. Hydrogencarbonat findest Du auf der Flasche eines Mineralwassers, in Nährwerttabellen kommt es nicht vor.

Die Zahlen dazu stehen bei der EFSA. Im Blut liegt Natrium bei 135 bis 145 mmol je Liter, Chlorid bei 97 bis 107 [1][2]. In der Zelle ist es umgekehrt: rund 15 mmol Natrium und rund 150 mmol Kalium je Liter [1].

Ein Mann mit 70 kg trägt insgesamt 85 bis 96 g Natrium im Körper [1]. Die Werte im Blut bleiben stabil, auch wenn die Zufuhr von Tag zu Tag schwankt.

Wofür sind Elektrolyte gut?

Für zwei Dinge, die Physik sind: Wasser und Ladung. Wo gelöste Teilchen sind, folgt Wasser nach, dieses Prinzip heißt Osmose. So verteilt der Körper Wasser zwischen Blut und Zellen. Weil die Teilchen geladen sind und innen anders verteilt als außen, liegt an jeder Zellwand eine kleine Spannung an. Was ein einzelner Stoff darüber hinaus tut, steht im EU-Register.

Dieses Register zählt die zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben: 10 für Magnesium, 8 für Calcium, 4 für Phosphor, 3 für Kalium und 1 für Chlorid, für Natrium keine [17]. Jede gilt nur für ein Lebensmittel, das mindestens 15 Prozent des Referenzwerts je 100 g liefert, bei Getränken 7,5 Prozent je 100 ml [15].

Deshalb stehen die Wortlaute hier nicht. Ob ein Produkt die Bedingung erfüllt, zeigt allein seine Nährwerttabelle.

Was ein Shop dazu sagen darf, ist damit eng gefasst. Die Zahlen in diesem Beitrag sind Messwerte und Behördenwerte, jede mit Quelle. Sie beschreiben die Stoffe. Was die Einnahme bewirkt, beschreiben sie nicht.

Wie viel Elektrolyte am Tag?

Die DGE nennt für Erwachsene 1.500 mg Natrium, 2.300 mg Chlorid und 4.000 mg Kalium am Tag, dazu 1.000 mg Calcium, 300 bis 350 mg Magnesium und 550 mg Phosphor, jeweils aus allen Quellen zusammen [3][4][5][6][7][8]. Das sind Zufuhrwerte für gesunde Menschen, keine Verzehrempfehlung für ein Produkt. Für Nahrungsergänzung schlägt das BfR eigene, kleinere Obergrenzen vor.

Referenzwerte der DGE je Tag für Erwachsene, der Nährstoffbezugswert auf dem Etikett nach LMIV und die Obergrenze, die das BfR für Nahrungsergänzungsmittel vorschlägt
ElektrolytDGE je TagNRV auf dem EtikettBfR-Obergrenze in Nahrungsergänzung
Natrium1.500 mg, Schätzwertkeiner, Angabe als Salzkein Zusatz
Kalium4.000 mg, Schätzwert2.000 mg500 mg
Chlorid2.300 mg, Schätzwert800 mgkein Zusatz
Calcium1.000 mg800 mg500 mg
Magnesium300 mg Frauen, 350 mg Männer375 mg250 mg, auf zwei Portionen verteilt
Phosphor550 mg, Schätzwert700 mgkein Zusatz

DGE-Werte für Erwachsene ab 19 Jahren, Stand der Ableitung 2013 bis 2022; Schätzwert heißt, dass der Wert aus Zufuhrdaten geschätzt ist. NRV nach Anhang XIII der LMIV; für Natrium gibt es keinen, es wird als Salz angegeben. BfR-Vorschläge je Tagesdosis, Stand 2021.

Beim Natrium liegt der Alltag über dem Wert. Die DGE nennt als Orientierung bis zu 6 g Speisesalz am Tag, das sind 2,4 g Natrium. Gemessen wurden im Mittel 8,4 g bei Frauen und 10,0 g bei Männern [9]. Die EFSA nennt 2,0 g Natrium am Tag als sichere und ausreichende Zufuhr, rund 5 g Salz [1].

Für Natrium schlägt das BfR keine Obergrenze vor. Es empfiehlt, den Stoff Nahrungsergänzungsmitteln gar nicht zuzusetzen, ebenso Chlorid und Phosphor [13][14]. Die Zufuhr aus dem Essen liegt in Deutschland ohnehin über dem Schätzwert [9].

Für Kalium, Calcium und Magnesium nennt das BfR Obergrenzen je Tagesdosis, für Magnesium mit dem Hinweis, die Menge auf zwei Portionen zu verteilen [14]. Wie Du die Tagesdosen mehrerer Produkte zusammenrechnest, steht im Beitrag zur Dosierung.

Wo sind Elektrolyte drin?

In fast allem, was Du isst, nur in verschiedenen Mengen. Kalium steckt vor allem in Gemüse, Obst, Kartoffeln, Nüssen und Getreide [5][12]. Natrium und Chlorid kommen als Salz vor allem aus verarbeiteten Lebensmitteln und dem Salzstreuer [1]. Calcium und Magnesium liefern Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Mineralwasser. Was ein Mineralwasser enthält, steht auf dem Etikett in mg je Liter.

Die DGE nennt für Kalium Aprikosen, Bananen, Karotten, Kohlrabi und Tomaten, dazu Nüsse und Mehl aus Dinkel und Roggen [5]. Das BfR ergänzt Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot und Getränke wie Fruchtsaft, Milch, Kaffee und Tee [12]. Wie viel Kalium eine Portion davon liefert, steht mit 30 Werten der DGE im Beitrag zu Kalium in Lebensmitteln.

Beim Natrium ist es einfacher: Salz, das bei der Verarbeitung zugesetzt wird, und Salz aus dem Streuer sind die Hauptquelle [1]. Wie viel Magnesium aus Mineralwasser im Körper ankommt, ist im Beitrag zur Einnahme von Magnesium gemessen.

Angaben auf dem Etikett eines natürlichen Mineralwassers und die Grenzwerte, ab denen sie erlaubt sind, nach Anhang III der Richtlinie 2009/54/EG
Angabe auf der FlascheBedingung je Liter
Natriumhaltigmehr als 200 mg Natrium
Geeignet für natriumarme Ernährungweniger als 20 mg Natrium
Calciumhaltigmehr als 150 mg Calcium
Magnesiumhaltigmehr als 50 mg Magnesium
Chloridhaltigmehr als 200 mg Chlorid
Bicarbonathaltigmehr als 600 mg Hydrogencarbonat
Mit geringem Gehalt an Mineralienhöchstens 500 mg gelöste Mineralstoffe

Die Angabe ist freiwillig. Steht sie auf der Flasche, muss der Wert je Liter die Grenze überschreiten. Der volle Gehalt je Liter steht ohnehin in der Analyse auf dem Etikett.

Zwei Wässer mit derselben Angabe können weit auseinanderliegen. Magnesiumhaltig darf sich ein Wasser schon ab gut 50 mg je Liter nennen, ein anderes trägt das Doppelte und dieselbe Angabe. Die Zahl je Liter sagt darum mehr als das Wort. Sie steht klein gedruckt in der Analyse auf jedem Etikett.

Wie viel Elektrolyte verliert man beim Schwitzen?

Vor allem Natrium und Chlorid, und davon je nach Person sehr verschieden viel. Baker fasst 2017 für Sportler 10 bis 70 mmol Natrium je Liter Schweiß zusammen, das sind 230 bis 1.610 mg [10]. Kalium liegt bei 2 bis 8 mmol je Liter, Calcium und Magnesium weit darunter [11]. Bei Belastung entstehen 0,5 bis 2 Liter Schweiß je Stunde [10].

Was ein Liter Schweiß enthält: gemessene Spannen je Elektrolyt in mmol und in mg, nach der Übersicht von Baker 2019
Elektrolytje Liter Schweiß in mmolje Liter Schweiß in mg
Natrium10 bis 90230 bis 2.070
Chlorid10 bis 90355 bis 3.195
Kalium2 bis 878 bis 313
Calcium0,2 bis 2,08 bis 80
Magnesium0,02 bis 0,400,5 bis 9,7

Spannen über viele Studien und Personen, an einzelnen Körperstellen gemessen. Die mg-Werte sind mit 23 mg je mmol Natrium, 35,5 Chlorid, 39,1 Kalium, 40,1 Calcium und 24,3 Magnesium gerechnet. Am ganzen Körper gemessen liegt Natrium meist bei 10 bis 70 mmol je Liter (Baker 2017).

Balkengrafik mit fünf Zeilen: Natrium 230 bis 2.070 mg und Chlorid 355 bis 3.195 mg je Liter Schweiß als lange Balken, Kalium 78 bis 313 mg als kurzer Balken, Calcium 8 bis 80 mg und Magnesium 0,5 bis 9,7 mg als schmale Striche.
Ein Liter Schweiß nach Baker 2019: Natrium und Chlorid machen fast alles aus, die drei anderen sind Spuren.

Als Kochsalz gerechnet sind das 0,6 bis 5,2 g je Liter Schweiß. Zum Vergleich: Der Orientierungswert der DGE liegt bei bis zu 6 g Salz am Tag [9]. Die Spanne im Schweiß ist so groß, dass sich der eigene Wert nur durch eine Messung bestimmen lässt.

Der Wert im Schweiß ist bei derselben Person von Tag zu Tag um 11 bis 17 Prozent verschieden, die Schweißmenge um 5 bis 7 Prozent [10]. Eine allgemeine Zahl je Stunde gibt es darum nicht.

Für Getränke aus Zucker und Elektrolyten, die beim Sport getrunken werden, stehen zwei zugelassene Angaben im EU-Register. Beide gelten nur unter festen Bedingungen: 80 bis 350 kcal je Liter aus Kohlenhydraten, davon mindestens drei Viertel aus Zuckern wie Glucose oder Saccharose, dazu 20 bis 50 mmol Natrium je Liter, also 460 bis 1.150 mg, und 200 bis 330 mOsm je kg Wasser [17].

Der Wortlaut steht hier nicht, weil er an genau diese Mengen gebunden ist. Wie Du ein Getränk nach diesen Mengen selbst mischst, mit sechs Rezepten je Liter, steht im Beitrag Elektrolyte selber machen.

Zwei Regeln, zwei Zwecke. Das BfR will kein Natrium in Nahrungsergänzung, die Zufuhr aus dem Essen liegt ohnehin über dem Schätzwert [13]. Das Register verlangt für ein Sportgetränk mindestens 460 mg Natrium je Liter [17]. Beides gilt, nur für verschiedene Produkte und verschiedene Situationen.

Was steht bei Elektrolyten auf dem Etikett?

Drei Dinge, die sich lesen lassen. Natrium steht als Salz in der Nährwerttabelle, gerechnet als Natrium mal 2,5 [15]. Kalium, Chlorid, Calcium, Magnesium und Phosphor stehen in mg je Portion und in Prozent des Referenzwerts, kurz NRV [15]. Die Zutatenliste nennt die Verbindung, etwa Kaliumcitrat. Erst die Verbindung sagt, wie viel Mineral in einem Gramm Pulver steckt.

Gängige Elektrolyt-Verbindungen in Pulvern und Tabletten und der Anteil des reinen Minerals am Gewicht der Verbindung, gerechnet aus den Atommassen
VerbindungMineralAnteil am GewichtIn 1.000 mg Verbindung
Natriumchlorid, KochsalzNatrium39 %393 mg Natrium
NatriumcitratNatrium23 %235 mg Natrium
Natriumhydrogencarbonat, NatronNatrium27 %274 mg Natrium
KaliumchloridKalium52 %524 mg Kalium
KaliumcitratKalium36 %362 mg Kalium
CalciumcarbonatCalcium40 %400 mg Calcium
MagnesiumcitratMagnesium11 bis 16 %110 bis 160 mg Magnesium

Gerundet. Bei Citraten hängt der Anteil vom Wassergehalt der Verbindung ab, Kaliumcitrat hier als Monohydrat, Natriumcitrat als Dihydrat. Die Magnesiumverbindungen stehen im eigenen Beitrag.

Ein Etikett, das nur „Kaliumcitrat 1.000 mg" nennt, sagt also noch nicht, wie viel Kalium darin steckt. Es sind rund 360 mg. Vergleichbar werden zwei Produkte erst über die Menge des reinen Minerals je Portion. Was eine Volldeklaration von einer Mischung ohne Mengenangabe unterscheidet, steht im eigenen Beitrag, und was die Verbindung beim Magnesium ändert, ebenfalls.

Manche Etiketten und alle Studien rechnen in mmol. Ein mmol Natrium wiegt 23,0 mg, ein mmol Kalium 39,1 mg und ein mmol Chlorid 35,5 mg [3][4][5]. Ein Gramm Kochsalz enthält 0,4 g Natrium und 0,6 g Chlorid, also je 17 mmol [2]. Mit diesen Zahlen lässt sich jede Angabe in die andere umrechnen. Die Begriffe vom Etikett, NRV eingeschlossen, erklärt das Glossar.

Ion

Ein Teilchen mit elektrischer Ladung. Löst sich Kochsalz in Wasser, trennt es sich in Natrium-Ionen mit Plus-Ladung und Chlorid-Ionen mit Minus-Ladung.

Osmose

Wasser wandert durch eine Wand, die nur Wasser durchlässt, auf die Seite mit mehr gelösten Teilchen. So gleicht sich die Konzentration auf beiden Seiten an. Im Körper trennt die Zellwand innen und außen.

mmol

Ein Tausendstel Mol, eine Zähleinheit für Teilchen. Studien und Blutwerte rechnen damit. Umrechnen in mg geht über das Gewicht je mmol: 23,0 mg bei Natrium, 39,1 mg bei Kalium, 35,5 mg bei Chlorid.

Osmolalität

Die Zahl der gelösten Teilchen je Kilogramm Wasser, angegeben in mOsm je kg. Sie sagt, ob ein Getränk dünner oder dichter gelöst ist als das Blut. Das EU-Register nennt für Sportgetränke 200 bis 330 mOsm je kg als Bedingung.

NRV

Nährstoffbezugswert, der Referenzwert aus der LMIV, auf den sich die Prozentangabe in der Nährwerttabelle bezieht. Für Kalium sind das 2.000 mg, für Magnesium 375 mg. Eine Kennzeichnungsgröße, keine Verzehrempfehlung.

Schätzwert

Ein Referenzwert der DGE, der aus Daten zur Zufuhr geschätzt wurde, weil der Bedarf nicht genau genug gemessen ist. Für Natrium, Kalium, Chlorid, Magnesium und Phosphor gibt die DGE Schätzwerte an, für Calcium eine empfohlene Zufuhr.

DGE

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Sie gibt an, wie viel von einem Nährstoff ein Mensch am Tag aus allen Quellen zusammen aufnehmen sollte, und nennt für Speisesalz einen Orientierungswert von bis zu 6 g am Tag.

BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung, eine Behörde des Bundes. Es schlägt vor, wie viel von einem Nährstoff höchstens in Nahrungsergänzung stecken sollte: 500 mg Kalium, 500 mg Calcium, 250 mg Magnesium, und kein Zusatz von Natrium, Chlorid und Phosphor.

EFSA

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit. Sie hat 2019 die Referenzwerte für Natrium und Chlorid abgeleitet und bewertet die Angaben, die im EU-Register stehen.

Häufige Fragen

Sind Elektrolyte und Mineralstoffe dasselbe?

Meistens ja, nur anders betrachtet. Mineralstoff ist der Stoff auf der Packung, Elektrolyt ist sein Zustand im Wasser: gelöst und geladen. Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium und Chlorid sind beides. Eisen und Zink zählen zu den Spurenelementen, sie kommen in viel kleineren Mengen vor und werden im Alltag nicht Elektrolyte genannt.

Was bedeutet isotonisch?

Ein Getränk ist isotonisch, wenn es je Kilogramm Wasser etwa so viele gelöste Teilchen enthält wie das Blut. Gemessen wird das als Osmolalität. Das EU-Register nennt für Kohlenhydrat-Elektrolyt-Getränke 200 bis 330 mOsm je kg Wasser als Bedingung. Weniger gelöste Teilchen heißt hypotonisch, mehr heißt hypertonisch.

Kann man Elektrolyte selber machen?

Ja, aus Wasser, Kochsalz und Zucker. Als Maß taugen die Bedingungen aus dem EU-Register für Getränke beim Sport: 460 bis 1.150 mg Natrium je Liter, das sind 1,2 bis 2,9 g Kochsalz, und 80 bis 350 kcal aus Zucker, also 20 bis 88 g je Liter. Kalium kommt aus einem Schuss Fruchtsaft. Eine Küchenwaage ist dabei genauer als ein Teelöffel.

Wie viel Natrium ist in einem Liter Schweiß?

Am ganzen Körper gemessen 10 bis 70 mmol, das sind 230 bis 1.610 mg (Baker 2017). An einzelnen Stellen wie dem Arm wurden bis zu 90 mmol je Liter gemessen. Der Wert ist von Person zu Person sehr verschieden und schwankt bei derselben Person von Tag zu Tag um 11 bis 17 Prozent.

Welches Mineralwasser hat viele Elektrolyte?

Das steht auf jedem Etikett in mg je Liter. Natriumhaltig darf sich ein Wasser ab 200 mg Natrium je Liter nennen, magnesiumhaltig ab 50 mg, calciumhaltig ab 150 mg, bicarbonathaltig ab 600 mg. Zwei Wässer mit derselben Angabe können sich um ein Vielfaches unterscheiden. Die Zahl je Liter sagt darum mehr als das Wort.

Braucht man beim Sport ein Elektrolytgetränk?

Gemessen ist, was verloren geht: 0,5 bis 2 Liter Schweiß je Stunde mit 230 bis 1.610 mg Natrium je Liter. Ob ein Getränk das ersetzen soll, hängt von Dauer und Schweißmenge ab und ist eine Frage an Trainer, Ärztin oder Arzt. Das EU-Register kennt zwei Angaben für solche Getränke, beide gebunden an feste Mengen an Zucker und Natrium.

Wie viel Kalium darf in Nahrungsergänzung sein?

Das BfR schlägt höchstens 500 mg Kalium je Tagesdosis vor, für Magnesium 250 mg und für Calcium 500 mg. Natrium, Chlorid und Phosphor soll ein Präparat nach dem BfR gar nicht zusetzen: Die normale Ernährung liefert davon nach Einschätzung der Behörde bereits genug.

Elektrolyte in einem Satz

Elektrolyte sind gelöste, geladene Mineralstoffe, sieben an der Zahl, mit festen Referenzwerten und festen Regeln fürs Etikett. Wer zwei Produkte vergleichen will, braucht drei Zahlen: die Verbindung, die Menge je Portion und den Anteil des reinen Minerals darin. Der Rest ist Geschmack und Preis.

Was die Verbindung beim Magnesium ändert: elementarer Gehalt, Löslichkeit und die gemessene Aufnahme von Oxid, Citrat und Bisglycinat.

Welches Magnesium ist das beste? Der Vergleich

Quellen

  1. [1]EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens: Dietary reference values for sodium. EFSA Journal 17 (9), 2019, 5778. (EFSA) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  2. [2]EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens: Dietary reference values for chloride. EFSA Journal 17 (9), 2019, 5779. (EFSA) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  3. [3]Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Natrium. Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr, Stand der Ableitung 2016. (DGE) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  4. [4]Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Chlorid. Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr, Stand der Ableitung 2016. (DGE) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  5. [5]Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Kalium. Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr, Stand der Ableitung 2016. (DGE) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  6. [6]Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Calcium. Empfohlene Zufuhr, Stand der Ableitung 2013. (DGE) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  7. [7]Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Magnesium. Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr, Revision 2021. (DGE) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  8. [8]Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Phosphor. Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr, Stand der Ableitung 2022. (DGE) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  9. [9]Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Speisesalz. Orientierungswert und gemessene Zufuhr nach DEGS1. (DGE) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  10. [10]Baker LB: Sweating rate and sweat sodium concentration in athletes: a review of methodology and intra/interindividual variability. Sports Medicine 47 (Suppl 1), 2017, S. 111–128. (Springer) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  11. [11]Baker LB: Physiology of sweat gland function: the roles of sweating and sweat composition in human health. Temperature 6 (3), 2019, S. 211–259, Tabelle 3. (Taylor & Francis) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  12. [12]Bundesinstitut für Risikobewertung, Portal Mikroco-Wissen: Kalium. Stand 06.09.2023. (BfR) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  13. [13]Bundesinstitut für Risikobewertung, Portal Mikroco-Wissen: Natrium. Stand 06.09.2023. (BfR) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  14. [14]Bundesinstitut für Risikobewertung: Aktualisierte Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln. Stand 2021. (BfR) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  15. [15]Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel, Anhang I Nr. 11 und Anhang XIII, konsolidierte Fassung vom 01.01.2018. (EUR-Lex) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  16. [16]Richtlinie 2009/54/EG über die Gewinnung von und den Handel mit natürlichen Mineralwässern, Anhang III. (EUR-Lex) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026
  17. [17]Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel, konsolidierte Fassung vom 20.08.2025, Anhang. (EUR-Lex) Quelle öffnen — abgerufen am 11. September 2026

Autor

Mert Sirin, Gründer von supnature, im Porträt vor grünem Blattwerk.

Mert Sirin

Mert Sirin hat supnature gegründet und verantwortet Sortiment und Redaktion. Er arbeitet mit den Analysezertifikaten der eigenen Chargen und schreibt im Magazin über Kennzeichnung, Messwerte und Laborprüfung.

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