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Grundlagen

Glossar: die Begriffe vom Etikett erklärt

NRV, Bioverfügbarkeit, Trennmittel, HACCP, CoA: die Fachbegriffe aus Zutatenliste, Nährwerttabelle und Analysezertifikat, jeweils in zwei Sätzen erklärt.

3 Min. Lesezeit

Die Begriffe auf einer Dose stammen aus drei Welten: Lebensmittelrecht, Verfahrenstechnik und Labor. Hier stehen sie in der Reihenfolge, in der sie Dir beim Lesen eines Etiketts begegnen.

Eine Dose mit beschriftetem Etikett steht auf einer Steinplatte, davor eine Lupe mit Messingfassung; links daneben liegt ein gefaltetes Analysezertifikat.
Etikett und Analysezertifikat sind zwei der drei Quellen, aus denen diese Begriffe stammen. Die Gliederung des Glossars folgt genau dieser Herkunft.

Vom Etikett

LMIV

Lebensmittelinformationsverordnung (EU) Nr. 1169/2011. Sie regelt, welche Angaben auf einer Verpackung stehen müssen und wie sie dargestellt werden.

NRV

Nährstoffbezugswert aus Anhang XIII der LMIV. Bezugsgröße für die Prozentangabe im Nährwertfeld — eine Kennzeichnungsgröße, keine Verzehrempfehlung.

Eiweiß

Das Wort der Nährwerttabelle für Protein, vorgeschrieben in Anhang XV der LMIV; der Wert ist aus dem Stickstoffgehalt mal 6,25 gerechnet. Ob Eiweiß und Protein dasselbe sind, klärt der Beitrag Proteinreiche Lebensmittel.

Empfohlene Tagesdosis

Die vom Hersteller angegebene Menge pro Tag. Alle Wirkstoffangaben auf dem Etikett beziehen sich auf sie, und sie darf nicht überschritten werden.

Volldeklaration

Freiwillige Praxis, jede Zutat mit Menge auszuweisen — auch technologische Hilfsstoffe. Kein geschützter Begriff.

Novel Food

Ein neuartiges Lebensmittel: vor dem 15. Mai 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang gegessen, deshalb nur mit Zulassung und unter festen Bedingungen erlaubt. Die Bedingungen stehen auf der Unionsliste, etwa für Astaxanthin aus der Alge mit höchstens 8 mg am Tag.

Proprietary Blend

Mischung, für die nur eine Gesamtmenge genannt wird. Die Anteile der einzelnen Zutaten bleiben offen.

Aus der Rezeptur

Elementarer Gehalt

Anteil des reinen Mineralstoffs am Gewicht der Verbindung. 1.000 mg Magnesiumbisglycinat enthalten rund 141 mg elementares Magnesium.

Elektrolyt

Ein Mineralstoff, der sich in Wasser in geladene Teilchen löst, etwa Natrium, Kalium, Magnesium oder Chlorid. Auf der Packung steht er als Verbindung, etwa Kaliumcitrat; vergleichbar ist nur die Menge des reinen Minerals je Portion. Welche sieben der Körper nutzt, steht im Beitrag Was sind Elektrolyte?.

Isotonisch

So dicht gelöst wie das Blut: 270 bis 330 gelöste Teilchen je Kilogramm Wasser, gemessen als mOsm je kg. Weniger heißt hypotonisch, mehr hypertonisch. Das Wort sagt nichts über Zutaten. Wie sich ein Getränk in diesen Bereich mischen lässt, zeigt der Beitrag Elektrolyte selber machen.

Bioverfügbarkeit

Anteil eines aufgenommenen Stoffes, der unverändert in den Blutkreislauf gelangt. Eine pharmakokinetische Größe, keine zulässige Werbeaussage.

Trennmittel

Hilfsstoff, der Verklumpen verhindert und das Pulver rieselfähig hält, etwa Siliciumdioxid oder Magnesiumsalze der Speisefettsäuren.

Füllstoff

Substanz ohne eigenen Wirkstoffbeitrag, die eine Kapsel auf ihr Sollgewicht bringt, etwa mikrokristalline Cellulose.

Überdosierung in der Rezeptur (Overage)

Bewusst höher angesetzte Einwaage, damit der deklarierte Gehalt bis zum Ende der Haltbarkeit sicher erreicht wird.

Aus Produktion und Labor

Charge

Menge eines Produkts, die unter gleichen Bedingungen aus denselben Rohstoff-Losen hergestellt wurde. Kleinste rückverfolgbare Einheit.

CoA

Certificate of Analysis, das Analysezertifikat. Prüfprotokoll zu einer Charge mit Parameter, Spezifikation, Ergebnis und Methode.

DIN EN ISO/IEC 17025

Norm für die Kompetenz von Prüflaboratorien. Ein danach akkreditiertes Labor arbeitet mit überwachten, validierten Verfahren.

HACCP

Hazard Analysis and Critical Control Points. Pflichtkonzept in der Lebensmittelproduktion, das kritische Punkte im Prozess festlegt und überwacht.

Bestimmungsgrenze

Kleinster Gehalt, den ein Verfahren zuverlässig beziffern kann. Ergebnisse darunter werden als „< Wert“ ausgewiesen.

ICP-MS

Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma. Standardverfahren zur Bestimmung von Schwermetallen im Spurenbereich.

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Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information zu Zusammensetzung, Kennzeichnung und Laborprüfung von Nahrungsergänzungsmitteln. Er ersetzt keine individuelle Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

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