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Calcium in Lebensmitteln: Tabelle je Portion

Käse, Grünkohl und Milch liefern viel Calcium. Die Tabelle nennt Werte je Portion von DGE und BLS und zeigt, wie wenig aus Spinat ankommt.

16 Min. Lesezeit

Calcium, oft auch Kalzium geschrieben, steckt vor allem in Milch, Joghurt und Käse. Dazu kommen grüne Gemüse wie Grünkohl und Rucola, Samen, Nüsse und calciumreiches Mineralwasser. Eine Scheibe Emmentaler liefert 412 mg, ein Viertelliter fettarme Milch 295 mg. So rechnet es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) vor.

Balkendiagramm mit elf Lebensmitteln und ihrem Calciumgehalt je üblicher Portion: Emmentaler 30 Gramm 412 Milligramm, Grünkohl gegart 200 Gramm 358 Milligramm, Parmesan 30 Gramm 353 Milligramm, Milch mit 1,5 Prozent Fett 250 Gramm 295 Milligramm, Gouda 30 Gramm 287 Milligramm, Spinat gegart 200 Gramm 280 Milligramm, Buttermilch 200 Gramm 218 Milligramm, Brokkoli gekocht 200 Gramm 174 Milligramm, Joghurt 150 Gramm 171 Milligramm, Rucola 70 Gramm 112 Milligramm, Haselnüsse 30 Gramm 45 Milligramm.
Elf Portionen aus der Tabelle der DGE. Mit diesen Werten rechnet die DGE, Stand September 2025.

Kurz gesagt

  • Die reichsten Portionen bei der DGE: eine Scheibe Emmentaler mit 412 mg, 200 g gegarter Grünkohl mit 358 mg und drei Esslöffel Parmesan mit 353 mg.
  • Erwachsene sollen laut DGE 1.000 mg am Tag aufnehmen. Gemessen wurden in Deutschland im Mittel 807 mg bei Männern und 738 mg bei Frauen.
  • Viel Calcium im Lebensmittel heißt nicht viel im Körper. Aus Spinat wurden in einer Messung 5,1 Prozent aufgenommen, aus Milch 27,6 Prozent.
  • Eiweißquellen unterscheiden sich stark: Zu 30 g Eiweiß aus Milch gehören 1.040 mg Calcium, aus Magerquark 334 mg, aus Hähnchenbrust 6 mg.
  • Pflanzendrinks haben Calcium nur mit Zusatz. Bei Bio-Drinks ist der Zusatz von Calciumsalzen nicht erlaubt.

Welche Lebensmittel haben viel Calcium?

Milch, Joghurt und Käse, dazu Grünkohl, Rucola, Brokkoli und manche Nüsse. Je Portion liefert eine Scheibe Emmentaler mit 412 mg am meisten, dann 200 g gegarter Grünkohl mit 358 mg und drei Esslöffel Parmesan mit 353 mg. Die Werte stammen aus einer Tabelle der DGE mit elf gängigen Lebensmitteln [1].

Calciumgehalt von elf Lebensmitteln je üblicher Portion und je 100 g nach der Tabelle der DGE-Fragen und Antworten zu Calcium, absteigend nach Portion
LebensmittelPortionCalcium je PortionCalcium je 100 g
Emmentaler, 45 % Fett i. Tr.1 Scheibe, 30 g412 mg1.372 mg
Grünkohl, gegart200 g358 mg179 mg
Parmesan, 40 % Fett i. Tr.3 Esslöffel, 30 g353 mg1.176 mg
Milch, 1,5 % Fett250 g295 mg118 mg
Gouda, 45 % Fett i. Tr.1 Scheibe, 30 g287 mg958 mg
Spinat, gegart200 g280 mg140 mg
Buttermilch200 g218 mg109 mg
Brokkoli, gekocht200 g174 mg87 mg
Joghurt, 1,5 % Fett150 g171 mg114 mg
Rucolagroße Schale, 70 g112 mg160 mg
Haselnüsse30 g45 mg149 mg

Werte der DGE (Quelle dort: DGExpert), Stand 10.09.2025. Gegart heißt gekocht. Bei Milch, Buttermilch und Joghurt entsprechen 100 g knapp 100 ml.

Die DGE nennt Milch und Milchprodukte den Calciumlieferanten Nummer eins, mit einer Ausnahme: Quark [1]. Mineralwasser zählt sie ausdrücklich mit, wenn es mehr als 150 mg je Liter enthält. Spinat steht in ihrer Tabelle weit oben. Warum er trotzdem wenig bringt, steht drei Abschnitte weiter.

Calciumreiche Lebensmittel je 100 g: was steht im BLS?

Unter dem, was man in Mengen isst, stehen Mohn mit 1.413 mg, Parmesan mit 1.176 mg und Emmentaler mit 1.159 mg je 100 g vorn. Das zeigt der Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) des Max Rubner-Instituts [3]. Bei den Pflanzen folgen Sesam, Chiasamen und roher Grünkohl. Milch, Joghurt, Quark und Skyr liegen alle bei 110 bis 132 mg.

Calcium in 30 Lebensmitteln je 100 g nach dem Bundeslebensmittelschlüssel 4.0, absteigend sortiert, mit der Herkunft des Werts
LebensmittelCalcium je 100 gHerkunft des Werts
Mohn1.413 mgLiteratur
Parmesan, 30 % Fett i. Tr.1.176 mggemessen
Emmentaler, 45 % Fett i. Tr.1.159 mggemessen
Bergkäse, 45 % Fett i. Tr.1.100 mgDatenbank
Gouda, 48 % Fett i. Tr.863 mggemessen
Sesam783 mgDatenbank
Edamer, 45 % Fett i. Tr.678 mgDatenbank
Chiasamen583 mggemessen
Camembert, 45 % Fett i. Tr.558 mggemessen
Mozzarella, 45 % Fett i. Tr.378 mggemessen
Grünkohl286 mgLiteratur
Tahin (Sesammus)282 mgDatenbank
Grünkohl, gekocht280 mgRezept
Feta248 mggemessen
Feige, getrocknet229 mggemessen
Rucola216 mgLiteratur
Leinsamen206 mggemessen
Tofu185 mggemessen
Amaranth171 mggemessen
Haselnuss149 mggemessen
Petersilie138 mgMittelwert
Magerquark132 mggemessen
Skyr128 mggemessen
Spinat, gekocht126 mgDatenbank
Milch, 1,5 % Fett121 mggemessen
Joghurt, 3,5 % Fett111 mggemessen
Mandel85 mggemessen
Hühnerei52 mgMittelwert
Brokkoli43 mgMittelwert
Brokkoli, gekocht35 mgLiteratur

Abgefragt am 11.10.2026 auf blsdb.de, roh, wenn nicht anders genannt. Herkunft laut BLS: gemessen heißt Laboranalyse, Datenbank heißt aus einer anderen Nährstoffdatenbank, Mittelwert heißt aus mehreren Quellen zusammengefasst, Literatur heißt aus Veröffentlichungen übernommen.

Den höchsten Wert im ganzen BLS hat getrocknetes Basilikum mit 2.240 mg, das man prisenweise nimmt. Mohn und Sesam isst man löffelweise, 10 g Mohn bringen rund 140 mg. Mandeln gelten oft als gute Quelle, der BLS hat für sie gemessen nur 85 mg je 100 g. Für den Alltag zählen deshalb Käse, Milch und Joghurt mehr als die Spitzenwerte.

Wie viele Werte im BLS gemessen sind

Der BLS führt 541 Lebensmittel mit mehr als 120 mg Calcium je 100 g und 207 mit mehr als 240 mg [3]. Von diesen 207 Werten sind nur 26 im Labor des Max Rubner-Instituts gemessen. 66 stammen aus anderen Nährstoffdatenbanken, 56 sind aus Rezepten gerechnet, 10 von Packungen übernommen. Den höchsten gemessenen Wert hat Parmesan.

Herkunft der 207 Calciumwerte über 240 mg je 100 g im Bundeslebensmittelschlüssel 4.0, nach Art der Herkunft
Herkunft laut BLSZahl der Werte
aus einer anderen Nährstoffdatenbank66
aus einem Rezept berechnet56
im Labor gemessen26
aus mehreren Quellen zusammengefasst16
von einem ähnlichen Lebensmittel übernommen16
über einen anderen Wert umgerechnet14
von Packungen übernommen10
aus der Literatur3
Zusammen207

Eigene Zählung am 11.10.2026 auf blsdb.de, Suche nach Nährstoff Calcium größer 240 mg je 100 g, Herkunft je Wert aus der Lebensmittelseite.

Stimmen die Werte der DGE mit dem BLS überein?

Bei Parmesan, Joghurt und Haselnüssen genau. Bei Brokkoli nicht: Die DGE rechnet mit 174 mg für 200 g gekochten Brokkoli, der BLS kommt auf 70 mg. Für Emmentaler nennt die DGE 412 mg je Scheibe, nach dem gemessenen BLS-Wert sind es 348 mg. Bei Grünkohl liegt der BLS dagegen höher.

Calcium je Portion nach der Tabelle der DGE und nach dem Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 für dieselben elf Lebensmittel, mit Herkunft des BLS-Werts
Lebensmittel, PortionDGEBLSHerkunft im BLS
Emmentaler, 30 g412 mg348 mggemessen
Grünkohl, gegart, 200 g358 mg498 bis 560 mgRezept
Parmesan, 30 g353 mg353 mggemessen
Milch, 1,5 % Fett, 250 g295 mg303 mggemessen
Gouda, 30 g287 mg259 mggemessen
Spinat, gekocht, 200 g280 mg252 mgDatenbank
Buttermilch, 200 g218 mg206 mggemessen
Brokkoli, gekocht, 200 g174 mg70 mgLiteratur
Joghurt, 1,5 % Fett, 150 g171 mg171 mgDatenbank
Rucola, 70 g112 mg151 mgLiteratur
Haselnüsse, 30 g45 mg45 mggemessen

BLS abgefragt am 11.10.2026, Portion wie bei der DGE, Rechenweg: BLS-Wert je 100 g mal Portionsgewicht durch 100, auf ganze Milligramm gerundet. Für gegarten Grünkohl führt der BLS gekocht 280 mg und gedünstet 249 mg je 100 g, daher die Spanne. Für Gouda mit 30 bis 40 % Fett i. Tr. hat der BLS gemessene 958 mg, genau den Wert der DGE; für 48 % Fett i. Tr. sind es 863 mg.

Die DGE schreibt, ein Viertelliter Milch und zwei Scheiben Emmentaler mit 50 bis 60 g erreichen schon die 1.000 mg [1]. Mit ihren eigenen Werten sind das 981 bis 1.118 mg. Mit den gemessenen Werten des BLS kommen 882 bis 998 mg heraus. Bei 60 g Käse reicht es knapp, bei 50 g nicht ganz.

Für rohen Brokkoli nennt der BLS 43 mg je 100 g, für gekochten 35 mg. Die DGE schreibt in ihrem Text, Brokkoli liege über 80 mg. Woher ihr Wert kommt, sagt sie nicht. Wir rechnen in diesem Beitrag mit beiden Zahlen und nennen jeweils die Quelle.

Wie viel Calcium kommt aus Spinat an?

Wenig. In einer Messung mit 13 Erwachsenen nahm der Körper aus Spinat im Mittel 5,1 Prozent des Calciums auf, aus Milch 27,6 Prozent [4]. Beide Mahlzeiten enthielten 200 mg Calcium. Bei Grünkohl lag der Anteil in einer zweiten Messung bei 40,9 Prozent [5]. Der Unterschied liegt an der Oxalsäure.

Balkendiagramm mit drei Lebensmitteln: Grünkohl gegart 200 Gramm enthält 358 Milligramm Calcium, davon gerechnet rund 146 Milligramm aufgenommen bei 40,9 Prozent; Milch mit 1,5 Prozent Fett 250 Gramm enthält 295 Milligramm, davon rund 81 Milligramm bei 27,6 Prozent; Spinat gegart 200 Gramm enthält 280 Milligramm, davon rund 14 Milligramm bei 5,1 Prozent.
Gerechnet aus den Portionswerten der DGE und den gemessenen Anteilen. Eine Näherung, kein Wert für eine einzelne Person.

Spinat, Mangold und Rhabarber enthalten neben Calcium auch Oxalsäure. Sie bildet mit Calcium Verbindungen, die sich nicht lösen, sodass der Körper das Calcium kaum noch aufnehmen kann [6]. Grünkohl enthält wenig Oxalsäure. In der Messung an 11 Frauen kam aus ihm sogar etwas mehr an als aus Milch, 40,9 gegen 32,1 Prozent [5].

Rechnet man mit den Portionen der DGE, kommen aus 200 g Spinat rund 14 mg im Körper an. Aus einem Viertelliter Milch sind es rund 81 mg, aus 200 g Grünkohl rund 146 mg. Die Anteile stammen aus je einer kleinen Studie mit 200 bis 300 mg Calcium. Sie zeigen die Richtung. Für einen einzelnen Menschen kann die Zahl anders ausfallen.

Die DGE gibt zur Aufnahme einen praktischen Hinweis: Im Darm wird mehr Calcium aufgenommen, wenn es über mehrere Mahlzeiten verteilt kommt statt auf einmal [1]. Ob sich Calcium und Magnesium bei der Einnahme vertragen, steht im Beitrag Wann Magnesium einnehmen?.

Welche Eiweißquellen bringen am meisten Calcium mit?

Käse und Milch. Zu 30 g Eiweiß aus Emmentaler gehören 1.264 mg Calcium, aus fettarmer Milch 1.040 mg. Magerquark bringt mit derselben Menge Eiweiß nur 334 mg mit, Skyr 370 mg und Hähnchenbrust 6 mg. Gerechnet haben wir das aus den Werten des Bundeslebensmittelschlüssels [3].

Calcium je 30 g Eiweiß für 18 eiweißreiche Lebensmittel, gerechnet aus Calcium und Eiweiß je 100 g nach dem Bundeslebensmittelschlüssel 4.0, mit der Herkunft des Calciumwerts
LebensmittelCalcium je 30 g EiweißCalcium je 100 gEiweiß je 100 gHerkunft des Calciumwerts
Emmentaler1.264 mg1.159 mg27,5 ggemessen
Gouda, 48 % Fett i. Tr.1.152 mg863 mg22,5 ggemessen
Bergkäse1.142 mg1.100 mg28,9 gDatenbank
Milch, 1,5 % Fett1.040 mg121 mg3,5 ggemessen
Parmesan991 mg1.176 mg35,6 ggemessen
Joghurt, 3,5 % Fett833 mg111 mg4,0 ggemessen
Mozzarella662 mg378 mg17,1 ggemessen
Feta474 mg248 mg15,7 ggemessen
Skyr370 mg128 mg10,4 ggemessen
Tofu358 mg185 mg15,5 ggemessen
Magerquark334 mg132 mg11,9 ggemessen
Körniger Frischkäse, unter 10 % Fett i. Tr.254 mg100 mg11,8 gMittelwert
Kichererbsen, gekocht171 mg48 mg8,4 gLiteratur
Harzer125 mg125 mg30,0 gDatenbank
Hühnerei118 mg52 mg13,2 gMittelwert
Lachs17 mg11 mg19,9 gMittelwert
Hähnchenbrust6 mg4,5 mg23,3 ggemessen
Rinderhüfte5 mg4 mg22,1 gMittelwert

Abgefragt am 11.10.2026 auf blsdb.de, Fleisch und Fisch roh. Rechenweg: Calcium je 100 g geteilt durch Eiweiß je 100 g, mal 30, auf ganze Milligramm gerundet. Harzer steht im BLS als Sauermilchkäse unter 10 % Fett i. Tr.

Je 100 g hat Magerquark so viel Calcium wie Milch. Je Gramm Eiweiß ist es nur ein Drittel, weil Quark mehr als dreimal so viel Eiweiß enthält. Ähnlich ist es bei Skyr und Harzer. Wer sein Eiweiß vor allem aus Quark, Skyr, Hähnchen und Fisch bezieht, isst viel Eiweiß und wenig Calcium. Fleisch und Fisch liefern fast keins.

Bei Zink ist es umgekehrt: Dort liegt Rindfleisch vorn und Quark hinten, das zeigt die Tabelle je 10 g Eiweiß in Zink in Lebensmitteln. Welche Lebensmittel je Portion am meisten Eiweiß liefern, steht in Proteinreiche Lebensmittel.

Haben Pflanzendrinks Calcium?

Nur mit Zusatz. Ohne Zusatz hat ungesüßter Haferdrink gemessen 4 mg je 100 ml, Mandeldrink 13 mg und Sojadrink 15 mg [3]. Am 11. Oktober 2026 haben wir die Etiketten von 38 Pflanzendrinks im Onlineshop von Combi gelesen. 16 von 21 konventionellen enthielten Calcium, keiner der 17 Bio-Drinks ein Calciumsalz.

Pflanzendrinks mit und ohne zugesetztes Calcium, nach Gruppe, gelesen am 11. Oktober 2026 im Onlineshop von Combi
Gruppegeprüfte Drinksmit Calcium in der ZutatenlisteCalcium laut Nährwerttabelle
Alpro1211120 mg je 100 ml bei 10, einer ohne Angabe im Shop
Oatly, ohne Bio-Siegel33120 mg je 100 ml bei 2, einer ohne Angabe im Shop
Vly2260 mg je 100 ml bei 1, einer ohne Angabe im Shop
Natrue40keine
Bio: Alnatura, Berief, Jeden Tag, Oatly170 Calciumsalze, 1 Kalkalgekeine
Zusammen3816 Calciumsalze, 1 Kalkalge

Gleiche Rezeptur in verschiedenen Packungsgrößen haben wir einmal gezählt. Zugesetzt waren Calciumcarbonat oder Tricalciumphosphat. Ohne Calcium: Alpro Barista Haferdrink und vier Haferdrinks von Natrue. Der Bio-Reisdrink von Alnatura enthält 0,4 % der Kalkalge Lithothamnium calcareum, eine Menge je 100 ml zeigt der Shop nicht.

Wo Calcium zugesetzt ist, steht fast immer 120 mg je 100 ml auf der Packung. Das ist so viel wie in fettarmer Milch mit 121 mg. Ein Glas mit 200 ml bringt dann 240 mg.

Dass die Bio-Drinks kein Calciumsalz enthalten, hat einen rechtlichen Grund. Die EU-Öko-Verordnung erlaubt Mineralstoffe in verarbeiteten Bio-Lebensmitteln nur, wenn ihr Zusatz gesetzlich vorgeschrieben ist oder das Lebensmittel für bestimmte Gruppen gedacht ist [11]. Für Pflanzendrinks gilt beides nicht. Einige Hersteller nehmen deshalb eine kalkhaltige Meeresalge als Zutat. Für Vitamin B12 gilt dieselbe Regel, das zeigt Vitamin B12 in Lebensmitteln.

Wie viel Calcium am Tag?

Die DGE empfiehlt Erwachsenen ab 19 Jahren 1.000 mg Calcium am Tag, Jugendlichen von 13 bis unter 19 Jahren 1.200 mg [2]. Gemessen wurden in Deutschland im Mittel 807 mg bei Männern und 738 mg bei Frauen [1]. Auf dem Etikett gelten 800 mg als 100 Prozent [8].

Fünf amtliche Zahlen zu Calcium je Tag: empfohlene Zufuhr der DGE, gemessene Zufuhr, Nährstoffbezugswert auf dem Etikett, Höchstmenge des BfR für Nahrungsergänzungsmittel und tolerierbare Gesamtzufuhr der EFSA, jeweils mit Absender und Geltungsbereich
Zahl und AbsenderWofür sie gilt
1.000 mg ab 19 Jahren, 1.200 mg von 13 bis unter 19 Jahren, DGE 2013Empfohlene Zufuhr aus allen Quellen am Tag
807 mg bei Männern, 738 mg bei Frauen, Nationale Verzehrsstudie IIGemessene mittlere Zufuhr in Deutschland
800 mg, Etikett, Nährstoffbezugswert nach LMIVBezugsgröße für die Prozentangabe in jeder Nährwerttabelle, keine Empfehlung
500 mg, BfR, Vorschlag für NahrungsergänzungsmittelHöchstmenge je Tagesdosis eines Präparats, zusätzlich zum Essen
2.500 mg, EFSA, tolerierbare GesamtzufuhrMenge, die Erwachsene aus allen Quellen zusammen dauerhaft vertragen

DGE und EFSA meinen die Zufuhr aus allen Quellen zusammen. Der Etikettwert ist eine Rechengröße. Die BfR-Zahl gilt nur für das Präparat und kommt zum Essen dazu. Schwangere und Stillende unter 19 Jahren: 1.200 mg, ab 19 Jahren 1.000 mg.

Wer 1.000 mg nur aus Milch decken will, braucht nach dem BLS 826 ml fettarme Milch. Aus Emmentaler sind es 86 g, aus Magerquark 758 g, aus Hähnchenbrust über 22 kg. Eine Mischung aus Milchprodukten, Gemüse und Mineralwasser liegt näher am Alltag, das zeigt die Tabelle der DGE.

Über Lebensmittel in üblichen Mengen lässt sich laut DGE nicht zu viel Calcium aufnehmen [1].

Wann darf ein Lebensmittel Calciumquelle heißen?

Wenn es je 100 g mindestens 15 Prozent des Nährstoffbezugswerts von 800 mg enthält, also 120 mg [8][9]. „Hoher Calciumgehalt“ oder „reich an Calcium“ verlangt 240 mg je 100 g. Bei Getränken gilt jeweils die Hälfte je 100 ml, also 60 mg und 120 mg. Mineralwasser hat eine eigene Regel.

Erlaubte Angaben zum Calciumgehalt auf dem Etikett mit Schwelle und Beispielen aus den Tabellen oben
Angabe auf dem EtikettSchwelleBeispiele aus den Tabellen
„Calciumquelle“120 mg je 100 g, Getränke 60 mg je 100 mlMagerquark 132 mg, Skyr 128 mg, Milch 121 mg je 100 ml, angereicherte Pflanzendrinks
„Hoher Calciumgehalt“ oder „reich an Calcium“240 mg je 100 g, Getränke 120 mg je 100 mlHartkäse über 1.000 mg, Feta 248 mg; Pflanzendrinks mit 120 mg je 100 ml
„Calciumhaltig“ bei Mineralwassermehr als 150 mg je Literder Gehalt steht auf dem Etikett

Rechenweg: 15 Prozent des Nährstoffbezugswerts von 800 mg für die Quelle, 30 Prozent für den hohen Gehalt; bei Getränken jeweils die Hälfte je 100 ml nach Verordnung (EG) Nr. 1924/2006. Für natürliches Mineralwasser gilt Anhang III der Richtlinie 2009/54/EG. Die Angabe bezieht sich auf das Lebensmittel, wie es verkauft wird.

Ein Liter Mineralwasser mit 150 mg Calcium liefert so viel wie gut 120 ml fettarme Milch [10]. Wie Mineralwässer nach Natrium, Magnesium und Calcium eingeteilt werden, steht im Beitrag Was sind Elektrolyte?.

Bei Tabletten und Pulvern steht Calcium als Verbindung auf der Packung, etwa als Calciumcarbonat oder Calciumcitrat. Die Nährwerttabelle nennt das reine Calcium, und nur diese Zahl lässt sich mit den Tabellen hier vergleichen. Wie Du Verbindung und reinen Stoff auseinanderhältst, steht im Beitrag zur Dosierung.

Mengenelement

Ein Mineralstoff, von dem der Körper größere Mengen braucht, gerechnet in Hunderten Milligramm am Tag. Calcium gehört dazu, ebenso Kalium und Magnesium. Zink und Eisen sind dagegen Spurenelemente.

Oxalsäure

Ein Stoff in manchen Pflanzen, etwa Spinat, Mangold und Rhabarber. Er bildet mit Calcium Verbindungen, die sich nicht lösen, sodass der Körper das Calcium daraus kaum aufnimmt.

Empfohlene Zufuhr

Die Menge, die laut DGE den Bedarf von fast allen gesunden Menschen einer Altersgruppe deckt. Für Calcium sind es bei Erwachsenen 1.000 mg am Tag.

Nährstoffbezugswert

Die Zahl, auf die sich die Prozentangabe in jeder Nährwerttabelle bezieht. Für Calcium sind es 800 mg. Der Wert dient dem Vergleich von Etiketten und ist keine Empfehlung für die Einnahme.

Calciumquelle

Erlaubte Angabe auf dem Etikett, wenn ein Lebensmittel je 100 g mindestens 15 Prozent des Nährstoffbezugswerts enthält, also 120 mg. Für „hoher Calciumgehalt“ muss es das Doppelte sein.

Bundeslebensmittelschlüssel

Die Nährstoffdatenbank des Max Rubner-Instituts, kurz BLS, seit Version 4.0 frei im Netz. Sie nennt für jeden Wert, woher er stammt: gemessen, aus mehreren Quellen zusammengefasst, aus der Literatur oder aus einem Rezept berechnet.

NVS II

Die Nationale Verzehrsstudie II, eine große Befragung zum Essen in Deutschland. Aus ihr stammen die gemessenen 807 mg Calcium bei Männern und 738 mg bei Frauen am Tag.

DGE

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Sie gibt an, wie viel von einem Nährstoff ein Mensch am Tag aus allen Quellen zusammen aufnehmen sollte.

EFSA

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit. Sie hat 2012 bestätigt, dass Erwachsene 2.500 mg Calcium am Tag aus allen Quellen dauerhaft vertragen.

BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung. Es schlägt vor, wie viel von einem Nährstoff höchstens in ein Nahrungsergänzungsmittel gehört. Für Calcium sind das 500 mg je Tagesdosis.

Häufige Fragen

Welches Lebensmittel hat am meisten Calcium?

Unter den Alltagslebensmitteln Hartkäse. Parmesan hat im Bundeslebensmittelschlüssel gemessen 1.176 mg je 100 g, Emmentaler 1.159 mg. Mohn steht mit 1.413 mg noch darüber, wird aber nur löffelweise gegessen. Je Portion führt bei der DGE eine Scheibe Emmentaler mit 412 mg.

Hat Spinat viel Calcium?

Im Teller ja, im Körper wenig. 200 g gegarter Spinat enthalten laut DGE 280 mg. In einer Messung mit 13 Erwachsenen wurden aus Spinat aber nur 5,1 Prozent aufgenommen, aus Milch 27,6 Prozent. Das BfR nennt den Grund: Oxalsäure bindet das Calcium.

Wie viel Calcium haben Quark und Skyr?

Magerquark hat im Bundeslebensmittelschlüssel gemessen 132 mg je 100 g, Skyr 128 mg, etwa so viel wie Milch. Je Gramm Eiweiß ist es aber wenig: Zu 30 g Eiweiß gehören bei Magerquark 334 mg Calcium, bei Milch 1.040 mg. Die DGE nimmt Quark bei den guten Calciumquellen aus.

Haben Haferdrinks Calcium?

Nur mit Zusatz. Ungesüßter Haferdrink ohne Zusatz hat gemessen 4 mg je 100 ml. Am 11. Oktober 2026 hatten 16 von 21 konventionellen Pflanzendrinks bei Combi Calcium in der Zutatenliste, meist 120 mg je 100 ml. Keiner der 17 Bio-Drinks hatte ein Calciumsalz.

Wann ist ein Mineralwasser calciumhaltig?

Ab mehr als 150 mg Calcium je Liter, so regelt es die EU-Richtlinie für natürliche Mineralwässer. Der Gehalt steht auf dem Etikett. Ein Liter mit 150 mg liefert so viel Calcium wie gut 120 ml Milch.

Kann man über das Essen zu viel Calcium aufnehmen?

Laut DGE nicht, solange niemand extrem isst. Die EFSA nennt 2.500 mg am Tag als Menge, die Erwachsene aus Essen und Präparaten zusammen dauerhaft vertragen. Für ein einzelnes Nahrungsergänzungsmittel schlägt das BfR höchstens 500 mg je Tagesdosis vor.

Was die Tabellen für den Einkauf heißen

Viel Calcium kommt aus wenigen Portionen: Käse, Milch, Joghurt und Grünkohl. Spinat sieht in Tabellen gut aus, bringt aber wenig, weil Oxalsäure das Calcium bindet. Quark, Skyr, Fleisch und Fisch liefern viel Eiweiß und vergleichsweise wenig Calcium. Bei Pflanzendrinks zeigt erst die Zutatenliste, ob Calcium drin ist.

Dieselbe Tabelle für Kalium: 30 Werte je Portion aus der DGE-Rechnung, mit Tagesbedarf und Etikettregel.

Kalium in Lebensmitteln: Tabelle je Portion

Bei einem Präparat steht das reine Calcium je Tagesdosis in der Nährwerttabelle, mit Prozent des Nährstoffbezugswerts daneben. Damit vergleichst Du zwei Produkte.

Zu den Produkten

Quellen

  1. [1]Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Calcium, mit der Tabelle Calciumgehalte einiger gängiger Lebensmittel (Quelle: DGExpert). Letzte Änderung 10.09.2025. (DGE) Quelle öffnen — abgerufen am 11. Oktober 2026
  2. [2]Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Calcium. Empfohlene Zufuhr, Stand der Ableitung 2013. (DGE) Quelle öffnen — abgerufen am 11. Oktober 2026
  3. [3]Max Rubner-Institut: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0, Dezember 2025, mit den Angaben zur Herkunft jedes Werts. Calcium und Eiweiß je 100 g, abgefragt am 11.10.2026. (MRI) Quelle öffnen — abgerufen am 11. Oktober 2026
  4. [4]Heaney RP, Weaver CM, Recker RR: Calcium absorbability from spinach. American Journal of Clinical Nutrition 47 (4), 1988, S. 707–709. (Oxford University Press) Quelle öffnen — abgerufen am 11. Oktober 2026
  5. [5]Heaney RP, Weaver CM: Calcium absorption from kale. American Journal of Clinical Nutrition 51 (4), 1990, S. 656–657. (Oxford University Press) Quelle öffnen — abgerufen am 11. Oktober 2026
  6. [6]Bundesinstitut für Risikobewertung, Portal Mikroco-Wissen: Calcium, mit dem Höchstmengenvorschlag für Nahrungsergänzungsmittel. Stand 06.09.2023. (BfR) Quelle öffnen — abgerufen am 11. Oktober 2026
  7. [7]EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies: Scientific Opinion on the Tolerable Upper Intake Level of calcium. EFSA Journal 10 (7), 2012, 2814. (EFSA) Quelle öffnen — abgerufen am 11. Oktober 2026
  8. [8]Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel, konsolidierte Fassung, Anhang XIII. (EUR-Lex) Quelle öffnen — abgerufen am 11. Oktober 2026
  9. [9]Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel, konsolidierte Fassung, Anhang. (EUR-Lex) Quelle öffnen — abgerufen am 11. Oktober 2026
  10. [10]Richtlinie 2009/54/EG über die Gewinnung von und den Handel mit natürlichen Mineralwässern, Anhang III. (EUR-Lex) Quelle öffnen — abgerufen am 11. Oktober 2026
  11. [11]Verordnung (EU) 2018/848 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen, konsolidierte Fassung vom 25.03.2025, Anhang II Teil IV Nummer 2.2.2 Buchstabe f. (EUR-Lex) Quelle öffnen — abgerufen am 11. Oktober 2026

Autor

Mert Sirin, Gründer von supnature, im Porträt vor grünem Blattwerk.

Mert Sirin

Mert Sirin hat supnature gegründet und verantwortet Sortiment und Redaktion. Er arbeitet mit den Analysezertifikaten der eigenen Chargen und schreibt im Magazin über Kennzeichnung, Messwerte und Laborprüfung.

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Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information zu Zusammensetzung, Kennzeichnung und Laborprüfung von Nahrungsergänzungsmitteln. Er ersetzt keine individuelle Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

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