Auf einer Dose stehen bis zu drei verschiedene Bezugsgrößen: pro Kapsel, pro Portion und pro empfohlener Tagesdosis. Sie sind nicht dasselbe, und wer sie verwechselt, vergleicht zwei Produkte an der falschen Stelle.

Drei Bezugsgrößen, ein Etikett
- Pro Kapsel oder pro Gramm — die kleinste Einheit. Nützlich zum Nachrechnen, sagt allein aber wenig.
- Pro Portion — die Menge, die der Hersteller als eine Anwendung definiert: ein Messlöffel, zwei Kapseln, 5 g Pulver.
- Pro empfohlener Tagesdosis — die Portionen, die pro Tag vorgesehen sind. Nur diese Angabe ist rechtlich verpflichtend und nur auf sie bezieht sich der NRV-Prozentwert.
Bei Mineralstoffen kommt eine vierte Zahl dazu: das Gewicht der Verbindung gegenüber dem elementaren Gehalt. Bei Magnesium liegt dazwischen bis zu Faktor sieben.
Ein Produkt mit „2.000 mg pro Tagesdosis“ und vier Kapseln je Tagesdosis enthält 500 mg pro Kapsel. Ein Produkt mit „1.000 mg pro Kapsel“ liegt darüber, obwohl die größere Zahl auf der Vorderseite der anderen Dose steht. Bei Elektrolyten wie Kalium oder Natrium kommt dieselbe Rechnung dazu: 1.000 mg Kaliumcitrat enthalten rund 360 mg Kalium.
Bei Protein steht die Menge je Portion in der Nährwerttabelle. Wie viel am Tag ein Referenzwert nennt, steht im Beitrag Wie viel Protein am Tag?.
Wie dieselbe Portionsfalle im Tiefkühlregal aussieht, wo eine Portion oft ein Viertel des Bechers ist.
Der Preis pro Portion macht es vergleichbar
Der Endpreis einer Dose hängt an der Füllmenge, nicht am Wirkstoff. Vergleichbar wird es erst über den Preis pro Portion: Endpreis geteilt durch die Anzahl der Portionen in der Dose. Eine 500-g-Dose Kreatin zu 24,90 € mit 5 g je Portion enthält 100 Portionen und kostet damit 0,25 € pro Portion.
Am Beispiel Kreatin: wie aus der Portionsangabe auf dem Etikett die tatsächliche Wirkstoffmenge wird.
Mehrere Produkte gleichzeitig
Nimmst Du mehrere Präparate, zählen die Einzelmengen zusammen. Ein Multipräparat, ein Einzelnährstoff und ein angereichertes Lebensmittel können denselben Nährstoff enthalten, ohne dass eines der Etiketten davon weiß. Praktisch heißt das: die Nährstoffe der Produkte einmal untereinander schreiben und die Tagesdosen addieren, bevor Du sie kombinierst.
Fünf offizielle Zahlen für einen Nährstoff: Schätzwert, Bezugswert des Etiketts, Höchstmenge für Präparate und Obergrenze, und wofür jede gilt.
Bei Omega-3 kommt eine Besonderheit dazu: Es gibt keinen Prozentwert, dafür eine Obergrenze in der Verordnung.
Die Verzehrempfehlung steht bei uns als eigener Block auf jeder Produktseite, nicht im Fließtext.


