Derselbe Rohstoff wird in einer Spanne gehandelt, die sich um den Faktor drei unterscheiden kann. Der Unterschied liegt selten im Namen der Substanz und fast immer in der Spezifikation, die der Lieferant zusichert.

Was in einer Spezifikation steht
Eine Spezifikation ist das Dokument, gegen das eine Lieferung geprüft wird. Sie legt für jeden Parameter einen Zielwert oder einen Grenzwert fest — und erst dadurch wird eine Abweichung überhaupt feststellbar.
- Identität: Substanz, CAS-Nummer, gegebenenfalls Pflanzenteil und Extraktionsmittel.
- Gehalt: Mindestreinheit in Prozent, mit der zugehörigen Analysemethode.
- Reinheit: Grenzwerte für Schwermetalle, Lösungsmittelreste, Pestizide.
- Mikrobiologie: Gesamtkeimzahl, Hefen, Schimmel, spezifische Keime.
- Physikalische Parameter: Partikelgröße, Schüttdichte, Restfeuchte, Farbe.
- Herkunft: Ursprungsland, Herstellwerk, Zertifizierungen des Werks.
Ein Zertifikat je Lieferung, nicht je Lieferant
Zu jeder Lieferung gehört ein eigenes Rohstoffzertifikat mit dem Los des Herstellers. Ein einmal vorgelegtes Musterzertifikat sagt über die Ware im Sack nichts aus. Im Wareneingang wird deshalb gegen die Spezifikation geprüft: Identität immer, weitere Parameter risikobasiert und stichprobenweise im externen Labor.
Markenrohstoffe: ein Name mit Datenpaket
Manche Rohstoffe werden unter einem Markennamen gehandelt. Der Aufpreis kauft in der Regel drei Dinge: eine engere Spezifikation, ein konstantes Herstellverfahren und eine dokumentierte Datenlage zum jeweiligen Material. Sinnvoll ist ein Markenrohstoff dann, wenn diese Unterlagen auch vorliegen — der Name allein ist kein Qualitätsmerkmal.
Bei Omega-3 entscheidet die Herkunft des Rohstoffs zusätzlich über die Allergenkennzeichnung.
Ein Beispiel für eine Spezifikationsangabe, die ohne ihr Messverfahren nicht vergleichbar ist.
Woher unsere Rohstoffe kommen und wie wir sie prüfen, steht auf der Qualitätsseite.


