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Wirkstoffe

Algenöl oder Fischöl: die Unterschiede

Beide liefern EPA und DHA. Der Unterschied liegt davor: in der Herkunft, in der Allergenkennzeichnung und darin, wie viel von welcher Fettsäure drinsteckt.

4 Min. Lesezeit

Algenöl und Fischöl liefern dieselben beiden Fettsäuren: EPA und DHA. Der Unterschied liegt davor. Fischöl wird aus fetten Meeresfischen gewonnen, Algenöl aus Mikroalgen, die in geschlossenen Anlagen gezüchtet werden. Fische bilden EPA und DHA nicht selbst, sie nehmen die Fettsäuren über Algen auf. Algenöl lässt den Fisch also einfach weg.

Zwei unbeschriftete Glasflaschen auf einer hellen Holzplatte am Fenster, links mit goldgelbem Öl, rechts mit dunkelgrünem Algenöl; davor liegen ein Zweig frischer Alge und ein geschlossener Sardinendosendeckel.
Links Fischöl, rechts Algenöl. Die Fettsäuren darin sind dieselben, die Herkunft entscheidet über die Kennzeichnung.

Kurz gesagt

  • Fische bilden EPA und DHA nicht selbst, sie nehmen sie über Algen auf.
  • Algenöl ist pflanzlich und damit für vegane Ernährung geeignet.
  • Fisch ist ein kennzeichnungspflichtiges Allergen, Algen sind es nicht.
  • Viele Algenöle liefern überwiegend DHA, Fischöl bringt EPA und DHA zusammen mit.
  • Geprüft wird beides mit denselben Kennzahlen und denselben Verfahren.

Woher kommen Algenöl und Fischöl?

Fischöl stammt aus fetten Meeresfischen, häufig aus Sardellen und Sardinen. Algenöl stammt aus Mikroalgen. Sie werden in geschlossenen Anlagen gezüchtet und anschließend gepresst oder extrahiert. In beiden Fällen ist die Alge der Ursprung der Fettsäuren, denn der Fisch nimmt EPA und DHA über seine Nahrung auf und speichert sie.

Was unterscheidet Algenöl und Fischöl?

Vier Dinge. Der Rohstoff, das Verhältnis von EPA zu DHA, die Allergenkennzeichnung und die Frage, welche Rückstände im Zertifikat zu prüfen sind. Die Fettsäure selbst gehört nicht dazu. EPA ist EPA und DHA ist DHA, die Moleküle sind in beiden Ölen identisch, ganz gleich, ob sie aus einem Fisch oder aus einem Tank stammen.

Algenöl und Fischöl im Vergleich nach Rohstoff, Fettsäureprofil, Allergenkennzeichnung, Ernährungsform und den Prüfwerten im Analysezertifikat
MerkmalAlgenölFischöl
RohstoffMikroalgen aus geschlossener Zuchtfette Meeresfische, etwa Sardelle und Sardine
Fettsäureprofilje nach Alge überwiegend DHA, manche Stämme auch EPAEPA und DHA gemeinsam
AllergenkennzeichnungkeineFisch nach Anhang II der LMIV, im Zutatenverzeichnis hervorzuheben
Ernährungsformpflanzlich, für vegane Ernährung geeignettierisch
Prüfwerte im ZertifikatPeroxidzahl, Anisidinzahl, TOTOXdieselben, dazu die Rückstände aus dem Meerwasser

Die Allergenkennzeichnung folgt aus Anhang II der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011. Welche Alge oder welche Fischart im konkreten Produkt verwendet wurde, steht im Zutatenverzeichnis und im Rohstoffzertifikat der Lieferung.

Ist Algenöl vegan?

Ja. Mikroalgen sind keine Tiere, und für das Öl wird kein Fisch verarbeitet. Ob ein bestimmtes Produkt vegan ist, entscheidet trotzdem das ganze Zutatenverzeichnis, und da lohnt der Blick auf die Hülle. Eine Kapselhülle aus Gelatine ist tierisch. Eine Hülle aus Cellulose oder Stärke ist es nicht.

Muss Fischöl als Allergen gekennzeichnet werden?

Ja. Fisch steht in Anhang II der Lebensmittelinformationsverordnung, der Liste der 14 kennzeichnungspflichtigen Allergene. Im Zutatenverzeichnis muss sich der Hinweis auf den Fisch vom übrigen Text abheben, etwa durch Schriftart, Schriftgröße oder Hintergrund. Algen stehen nicht auf dieser Liste. Ein Algenöl trägt darum keinen solchen Hinweis.

Welche Mengen auf der Dose stehen, welche in einer Verordnung, und warum bei Omega-3 der Prozentwert fehlt.

Omega-3: welche Mengen gelten
Mikroalge

Einzellige Alge, die in geschlossenen Anlagen gezüchtet wird. Sie bildet EPA und DHA selbst. Der Fisch bekommt die beiden Fettsäuren erst über sie.

Anhang II der LMIV

Liste der 14 Stoffe, die im Zutatenverzeichnis als Allergen hervorzuheben sind. Fisch steht darauf, Algen stehen nicht darauf.

Rohstoffzertifikat

Dokument zur einzelnen Lieferung mit Art, Herkunft, Chargennummer und Prüfwerten des Rohstoffs. Ohne Chargenbezug beschreibt es nur den Rohstoff im Allgemeinen und gilt für keine bestimmte Dose.

Häufige Fragen

Ist Algenöl besser als Fischöl?

Aus den Rohstoffdaten lässt sich das nicht beantworten. Was sich unterscheidet, sind Herkunft, Fettsäureprofil und Kennzeichnung. Eine Rangfolge wäre eine Aussage darüber, was die Einnahme bewirkt. Dafür müsste eine zugelassene Angabe vorliegen.

Enthält Algenöl weniger EPA?

Häufig ja, weil viele der verwendeten Algen überwiegend DHA bilden. Es gibt aber Stämme und Mischungen mit beiden Fettsäuren. Verlass Dich also nicht auf die Bezeichnung des Öls. Maßgeblich ist die Nährwerttabelle des einzelnen Produkts.

Schmeckt Fischöl nach Fisch?

Es kann. Der Geschmack hängt vom Grad der Oxidation und von der Verarbeitung ab. Mit dem Gehalt an EPA und DHA hat er nichts zu tun. In einer Kapsel fällt er beim Schlucken meist nicht auf.

Woran erkenne ich die Quelle auf der Verpackung?

Am Zutatenverzeichnis. Dort steht die verwendete Ölart, bei Fischöl zusätzlich der hervorgehobene Allergenhinweis. Die Produktbezeichnung auf der Vorderseite reicht dafür nicht aus.

Was Du auf dem Etikett vergleichst

Die Zeile unter der Quelle. Beide Öle liefern dieselben Fettsäuren, also sagt erst der Gehalt an EPA und DHA je Portion, wie viel tatsächlich in einer Dose steckt. Die Quelle selbst entscheidet zwei andere Dinge: ob ein Allergenhinweis nötig ist und ob das Produkt zu einer pflanzlichen Ernährung passt.

Welche Kennzahl beschreibt, wie weit ein Öl oxidiert ist, und wo sie im Zertifikat steht.

Der TOTOX-Wert

Wie viel EPA und DHA in Makrele, Hering und Lachs steckt und wie viel ALA in Leinsamen, Walnüssen und Rapsöl: die Tabelle je 100 g und je Portion.

Omega-3 in Fisch und Lebensmitteln: Tabelle

Autor

Mert Sirin, Gründer von supnature, im Porträt vor grünem Blattwerk.

Mert Sirin

Mert Sirin hat supnature gegründet und verantwortet Sortiment und Redaktion. Er arbeitet mit den Analysezertifikaten der eigenen Chargen und schreibt im Magazin über Kennzeichnung, Messwerte und Laborprüfung.

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Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information zu Zusammensetzung, Kennzeichnung und Laborprüfung von Nahrungsergänzungsmitteln. Er ersetzt keine individuelle Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

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