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Grundlagen

Omega-3 in Fisch und Lebensmitteln: Tabelle

Fetter Seefisch liefert EPA und DHA, Leinsamen, Walnüsse und Rapsöl nur ALA. Tabelle je 100 g aus dem BLS, mit Portion, Tagesmenge und Etikettregel.

16 Min. Lesezeit

Omega-3-Fettsäuren stecken in zwei Gruppen von Lebensmitteln, und die liefern nicht dasselbe. Fetter Seefisch wie Makrele, Hering und Lachs enthält EPA und DHA. Leinsamen, Walnüsse und Rapsöl enthalten ALA, die pflanzliche Omega-3-Fettsäure. 100 g geräucherte Makrele bringen 8.265 mg EPA und DHA, 100 g Leinsamen 19.970 mg ALA. So steht es im Bundeslebensmittelschlüssel, den das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in seinen Fragen und Antworten zu Omega-3 zitiert.

Zwei Balkendiagramme mit Omega-3-Gehalten je 100 Gramm. Links EPA und DHA in fünf Fischen: Makrele 8.265 Milligramm, Thunfisch 4.132, Hering 2.944, Lachs 2.598, Sardine 1.534. Rechts ALA in vier pflanzlichen Lebensmitteln: Leinsamen 19.970 Milligramm, Walnüsse 10.172, Rapsöl 8.584, Sojabohnen 1.094.
Zwei Gruppen, zwei Fettsäuren: EPA und DHA aus fünf Fischen, ALA aus vier Pflanzen. Alle Werte je 100 g aus dem Bundeslebensmittelschlüssel 3.02, zitiert vom BfR, Stand April 2026.

Kurz gesagt

  • Fisch liefert EPA und DHA. Je 100 g: geräucherte Makrele 8.265 mg, Thunfisch 4.132 mg, Hering 2.944 mg, Lachs 2.598 mg, Sardine 1.534 mg.
  • Pflanzen liefern ALA. Je 100 g: Leinsamen 19.970 mg, Walnüsse 10.172 mg, Rapsöl 8.584 mg, Leinöl nach der US-Datenbank sogar 53.400 mg. EPA und DHA enthalten sie nicht.
  • Für EPA und DHA nennt die EFSA 250 mg am Tag als angemessene Zufuhr. Rechnerisch stecken sie in 3 g Makrele oder 10 g Lachs. Ein Stück Fisch pro Woche liegt im Tagesmittel darüber.
  • Für ALA nennt die DGE 0,5 Prozent der Energie, bei 2.000 kcal rund 1.100 mg. Ein Esslöffel Rapsöl oder vier Walnüsse liefern so viel.
  • „Quelle von Omega-3-Fettsäuren“ darf ein Lebensmittel heißen ab 0,3 g ALA oder 40 mg EPA und DHA je 100 g und je 100 kcal. Bei Öl zählt die zweite Schwelle.

Wo ist am meisten Omega-3 drin?

In fettem Seefisch, wenn Du EPA und DHA suchst, und in Leinsamen, Walnüssen und Rapsöl, wenn es um ALA geht. Die höchsten Werte je 100 g: Makrele 8.265 mg EPA und DHA, Leinsamen 19.970 mg ALA. Die Zahlen stammen aus dem Bundeslebensmittelschlüssel, der Nährwertdatenbank des Bundes, die das BfR in seinen Fragen und Antworten zu Omega-3 zitiert [1].

Gehalt an ALA, EPA und DHA in neun Lebensmitteln je 100 g nach Bundeslebensmittelschlüssel 3.02, zitiert in den Fragen und Antworten des BfR zu Omega-3-Fettsäuren, mit der Summe aus EPA und DHA
LebensmittelALAEPADHAEPA und DHA
Leinsamen, roh19.970 mg000
Walnüsse10.172 mg000
Rapsöl8.584 mg000
Sojabohnen, roh1.094 mg000
Makrele, geräuchert, gegart592 mg3.164 mg5.101 mg8.265 mg
Thunfisch, geräuchert, gekocht253 mg1.652 mg2.480 mg4.132 mg
Hering, gegart67 mg2.210 mg734 mg2.944 mg
Lachs, geräuchert, gegart356 mg999 mg1.599 mg2.598 mg
Sardine, geräuchert48 mg640 mg894 mg1.534 mg

Werte in Milligramm je 100 g, so wie das BfR sie aus dem BLS 3.02 übernimmt, Stand der Seite 30.04.2026. Die Fischwerte gelten für die genannte Zubereitung: geräuchert oder gegart. Roher Fisch enthält mehr Wasser und je 100 g weniger. Die Spalte EPA und DHA haben wir addiert.

Neun Zeilen sind wenig. Mehr gibt der Auszug des BfR nicht her, und der Bundeslebensmittelschlüssel selbst ist nicht frei im Netz lesbar. Das BfR nennt weitere Quellen ohne Zahl: Sojaöl und Walnussöl für ALA, Mikroalgen für EPA und DHA [1]. Vier pflanzliche Werte, die hier fehlen, stehen weiter unten aus der frei lesbaren Datenbank des US-Landwirtschaftsministeriums, darunter Leinöl.

Wie viel Omega-3 steckt in einer Portion?

Ein Stück Fisch mit 150 g liefert zwischen 2.301 mg (Sardine) und 12.398 mg (Makrele) EPA und DHA. Ein Esslöffel Leinsamen mit 7 g bringt 1.398 mg ALA, vier Walnüsse mit 13 g bringen 1.322 mg, ein Esslöffel Rapsöl mit 14 g 1.202 mg. Gerechnet haben wir das aus den Werten je 100 g der Tabelle oben [1].

Omega-3 je üblicher Portion, gerechnet aus den Werten je 100 g der Tabelle oben: Fisch je Stück mit 150 g, Leinsamen, Walnüsse und Rapsöl in den Portionen aus den Rechenbeispielen des BfR
LebensmittelPortionEPA und DHAALA
Makrele, geräuchert, gegart1 Stück, 150 g12.398 mg888 mg
Thunfisch, geräuchert, gekocht1 Stück, 150 g6.198 mg380 mg
Hering, gegart1 Stück, 150 g4.416 mg101 mg
Lachs, geräuchert, gegart1 Stück, 150 g3.897 mg534 mg
Sardine, geräuchert150 g2.301 mg72 mg
Leinsamen, roh1 Esslöffel, 7 g01.398 mg
Walnüsse4 Stück, 13 g01.322 mg
Rapsöl1 Esslöffel, 14 g01.202 mg

Rechenweg: Wert je 100 g mal Portionsgewicht, geteilt durch 100, auf ganze Milligramm gerundet. 150 g je Stück Fisch ist die Portion, mit der die DGE in ihren Beispieltagen rechnet. Ein Esslöffel Leinsamen wiegt laut BfR 6 bis 7 g, ein Esslöffel Rapsöl fasst 15 ml, das sind rund 14 g, vier Walnüsse wiegen etwa 13 g. Sojabohnen fehlen, weil sie roh nicht gegessen werden.

Die 150 g je Stück Fisch sind die Portion aus den Beispieltagen der DGE, mit der auch unsere Kaliumtabelle rechnet [15]. Die drei Pflanzenportionen stammen aus einem Rechenbeispiel des BfR: Ein Esslöffel Leinsamen, ein Esslöffel Rapsöl oder vier Walnüsse liefern jeweils etwa 1.300 mg ALA [1]. Wir haben nachgerechnet, und die Rechnung geht auf: 6,5 g Leinsamen ergeben 1.298 mg, 13 g Walnüsse 1.322 mg.

Die Fischwerte gelten für geräucherten oder gegarten Fisch. Beim Räuchern und Garen verliert Fisch Wasser, je 100 g bleibt dann mehr Fett und mehr Omega-3 zurück. Wie groß der Unterschied ist, zeigt die US-Datenbank an Regenbogenforelle aus Zucht: 733 mg EPA und DHA je 100 g roh, 875 mg gegart, ein Fünftel mehr [14]. Ein frisches Lachsfilet liegt je 100 g also unter den 2.598 mg der Tabelle.

Welche pflanzlichen Lebensmittel liefern Omega-3?

Leinsamen, Leinöl, Chiasamen, Walnüsse, Hanfsamen, Rapsöl und Sojaöl. Alle liefern ALA, keines liefert EPA oder DHA. Der Körper kann aus ALA etwas EPA und DHA bilden, aber nur wenig, so das BfR [1]. Wer EPA und DHA ohne Fisch will, landet bei Öl aus Mikroalgen. Warum die drei auf dem Etikett getrennt stehen, erklärt der Beitrag zu EPA und DHA.

ALA in fünf pflanzlichen Lebensmitteln je 100 g und je Esslöffel nach der Datenbank des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA FoodData Central, SR Legacy), mit dem Wert des Bundeslebensmittelschlüssels zum Vergleich, wo beide vorliegen
LebensmittelALA je 100 g (USDA)PortionALA je PortionBLS zum Vergleich
Leinöl, kaltgepresst53.400 mg1 Esslöffel, 14 g7.476 mgim Auszug nicht enthalten
Chiasamen, getrocknet17.800 mg1 Esslöffel, 10 g1.780 mgnicht enthalten
Rapsöl9.140 mg1 Esslöffel, 14 g1.280 mg8.584 mg
Hanfsamen, geschält8.680 mg1 Esslöffel, 10 g868 mgnicht enthalten
Sojaöl6.790 mg1 Esslöffel, 14 g951 mgnicht enthalten

USDA SR Legacy, Datensätze 167702, 170554, 172336, 170148 und 171411, gelesen am 18.09.2026. Rechenweg für den Esslöffel: 14 g bei Öl (15 ml), 10 g bei Samen. Beim Rapsöl liegen beide Datenbanken 6,5 Prozent auseinander (9.140 gegen 8.584 mg), bei Leinsamen 14 Prozent (22.800 gegen 19.970 mg). So groß ist die normale Spanne zwischen zwei Datenbanken, die verschiedene Proben messen.

Zwei Datenbanken, zwei Zahlen für dasselbe Lebensmittel: Beim Rapsöl liegen USDA und BLS 6,5 Prozent auseinander, bei Leinsamen 14 Prozent. Das ist kein Fehler in einer der beiden. Es zeigt, wie stark Sorte, Anbau und Probe den Gehalt verschieben. Für den Einkauf reicht die Größenordnung: Leinöl liegt weit vor allen anderen, dann kommen Leinsamen und Chiasamen, dann Walnüsse, Rapsöl und Hanfsamen mit ähnlichen Werten.

Wie viel Omega-3 hat Leinöl?

Rund 53 g ALA je 100 g, also gut die Hälfte des Öls, nach der US-Datenbank für kaltgepresstes Leinöl [9]. Ein Esslöffel mit 14 g liefert damit etwa 7.500 mg ALA, ein Teelöffel mit 5 g rund 2.700 mg. EPA und DHA enthält Leinöl nicht. Damit ist es die dichteste ALA-Quelle in diesem Beitrag, vor Leinsamen und Chiasamen.

Der Schätzwert der DGE für ALA liegt bei 2.000 kcal am Tag bei rund 1.100 mg [2]. Ein Teelöffel Leinöl liefert davon rechnerisch mehr als das Doppelte, ein Esslöffel fast das Siebenfache. Was der Körper daraus an EPA und DHA macht, ist eine andere Frage, und die Antwort des BfR lautet: wenig [1]. Wer Leinöl mit Fischöl oder Algenöl vergleicht, schaut deshalb auf zwei verschiedene Zeilen: bei Fisch- und Algenöl auf EPA und DHA, bei Leinöl auf ALA. Die Summe „Omega-3“ allein sagt über diesen Unterschied nichts.

Wie viel Omega-3 am Tag?

Für EPA und DHA nennt die EFSA 250 mg am Tag als angemessene Zufuhr für Erwachsene [3]. Für ALA nennt die DGE 0,5 Prozent der Energie, bei 2.000 kcal rund 1.100 mg, bei 2.400 kcal rund 1.300 mg [2]. Gemessen wurden in Deutschland im Mittel 127 bis 295 mg EPA und DHA am Tag [1].

Fünf amtliche Zahlen zu Omega-3 je Tag: angemessene Zufuhr der EFSA für EPA und DHA, Schätzwert der DGE für ALA, DGE-Wert für Schwangere und Stillende, gemessene Zufuhr in Deutschland und Höchstmenge des BfR, jeweils mit Absender und Geltungsbereich
Zahl und AbsenderWofür sie gilt
250 mg EPA und DHA, EFSA, angemessene Zufuhr von 2010Erwachsene, Zufuhr aus allen Quellen am Tag
0,5 Prozent der Energie als ALA, DGE, Schätzwert, Ableitung 2000alle Altersgruppen; bei 2.000 kcal rund 1.100 mg, bei 2.400 kcal rund 1.300 mg
200 mg DHA am Tag, DGESchwangere und Stillende
127 bis 295 mg EPA und DHA am Tag, gemessen, BfRmittlere Zufuhr Erwachsener in Deutschland, von jungen Frauen bis älteren Männern; fünf Prozent nehmen mehr auf, je nach Gruppe über 369 bis 827 mg
1,5 g EPA und DHA am Tag, BfR, Stellungnahme von 2009Obergrenze aus allen Quellen zusammen

EFSA und DGE meinen die Zufuhr aus allen Quellen. Der Schätzwert der DGE ist ein Anteil an der Energie; die Milligramm haben wir gerechnet: 0,5 Prozent von 2.000 kcal sind 10 kcal, geteilt durch 9 kcal je Gramm Fett ergibt 1,1 g. Die BfR-Zahl von 1,5 g gilt für EPA und DHA zusammen aus allen Quellen, Essen und Präparate eingeschlossen.

Zwei Zahlen fehlen in der Tabelle mit Absicht: die Tagesmengen, an die die Verordnung (EU) Nr. 432/2012 ihre Angaben zu EPA und DHA knüpft, und die Obergrenze von 5 g, die sie für Nahrungsergänzung nennt [8]. Beides sind Bedingungen für Etiketten, keine Zufuhrwerte. Welche Schwellen das sind, listet der Beitrag zur Dosierung. Die EFSA kam 2012 zu dem Schluss, dass bis zu 5 g EPA und DHA am Tag aus Präparaten keine Sicherheitsbedenken auslösen [4]. Das BfR bleibt bei 1,5 g aus allen Quellen [1].

Wie viel Fisch das ist, lässt sich aus der ersten Tabelle rechnen. 250 mg EPA und DHA stecken in 3 g geräucherter Makrele, 6 g Thunfisch, 8,5 g Hering, 10 g Lachs oder 16 g Sardine. Das BfR spricht von ein bis zwei Portionen fettreichem Seefisch pro Woche [1]. Die Tabelle zeigt, was ein Stück mit 150 g pro Woche im Tagesmittel ergibt.

Wie viel Fisch rechnerisch 250 mg EPA und DHA liefert, je Tag und je Woche, und was ein Stück mit 150 g pro Woche im Tagesmittel bedeutet, gerechnet aus den BLS-Werten je 100 g
FischGramm für 250 mgGramm für eine Woche, 1.750 mg150 g pro Woche, Tagesmittel
Makrele, geräuchert, gegart3 g21 g1.771 mg
Thunfisch, geräuchert, gekocht6 g42 g885 mg
Hering, gegart8,5 g59 g631 mg
Lachs, geräuchert, gegart10 g67 g557 mg
Sardine, geräuchert16 g114 g329 mg

Rechenweg: 250 mg geteilt durch den Gehalt je Gramm; eine Woche sind 7 mal 250 mg, also 1.750 mg; Tagesmittel ist der Gehalt je 150 g geteilt durch 7. Die Werte gelten für geräucherten oder gegarten Fisch wie in der ersten Tabelle, auf ganze Gramm und Milligramm gerundet.

Fünf Karten mit der Menge Fisch, die rechnerisch 250 Milligramm EPA und DHA liefert: Makrele 3 Gramm, Thunfisch 6 Gramm, Hering 8,5 Gramm, Lachs 10 Gramm, Sardine 16 Gramm, jeweils geräuchert oder gegart nach Bundeslebensmittelschlüssel.
So wenig Fisch liefert 250 mg EPA und DHA, die angemessene Zufuhr der EFSA für einen Tag. Gerechnet aus den BLS-Werten je 100 g für geräucherten oder gegarten Fisch.

Beim Thunfisch kommt eine zweite Zahl ins Spiel, die in keiner Tabelle hier steht. Große Raubfische können viel Methylquecksilber enthalten. Das BfR rät Schwangeren und Stillenden deshalb, auf sie zu verzichten und zu Makrele, Hering oder Lachs zu greifen [1].

Wann darf ein Lebensmittel Omega-3-Quelle heißen?

Wenn es je 100 g und je 100 kcal mindestens 0,3 g ALA enthält oder zusammen 40 mg EPA und DHA [5]. „Mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren“ verlangt das Doppelte: 0,6 g ALA oder 80 mg EPA und DHA. Beide Bedingungen gelten zugleich, je 100 g und je 100 kcal. Bei Öl entscheidet die zweite.

Die zwei erlaubten nährwertbezogenen Angaben zu Omega-3 nach Verordnung (EU) Nr. 116/2010 mit ihren Schwellen je 100 g und je 100 kcal und dem, was daraus für reines Öl folgt
Angabe auf dem EtikettSchwelle je 100 g und je 100 kcalWas das bei reinem Öl heißtBeispiele aus den Tabellen
„Quelle von Omega-3-Fettsäuren“0,3 g ALA oder 40 mg EPA und DHAmindestens 2,7 g ALA je 100 gSojaöl mit 6,79 g, Rapsöl mit 8,58 g
„Mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren“0,6 g ALA oder 80 mg EPA und DHAmindestens 5,4 g ALA je 100 gRapsöl, Leinöl mit 53 g, Leinsamen, Walnüsse, alle fünf Fische

Rechenweg für Öl: Fett liefert 9 kcal je Gramm, so der Umrechnungsfaktor der Lebensmittelinformationsverordnung in Anhang XIV; 100 g Öl haben also 900 kcal. 0,3 g je 100 kcal bedeuten darum 2,7 g je 100 g Öl, 0,6 g je 100 kcal 5,4 g. Mehr als 900 kcal hat kein Lebensmittel je 100 g. Wer die Schwelle je 100 g um mehr als das Neunfache übertrifft, schafft sie deshalb auch je 100 kcal; das gilt für alle fünf Fische, für Leinsamen, Walnüsse und die Öle der Tabellen.

Auf einem normalen Etikett steht Omega-3 gar nicht in der Nährwerttabelle. Die Lebensmittelinformationsverordnung sieht dort Brennwert, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz vor, freiwillig noch einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, aber keine Zeile für Omega-3 [7]. Erst wenn ein Hersteller „Quelle von Omega-3-Fettsäuren“ auf die Packung schreibt, muss er die Menge nennen, im selben Blickfeld wie die Nährwerttabelle [6]. Bei Nahrungsergänzungsmitteln stehen EPA und DHA je Portion ohnehin auf der Dose.

Im EU-Register der zugelassenen Angaben stehen zu ALA, DHA und EPA sieben Sätze über ihre Rolle im Körper. Jeder ist an eine Bedingung gebunden: an eine Tagesmenge, 250 mg EPA und DHA zum Beispiel, oder an die Schwelle für die Omega-3-Quelle [8]. Wie die Sätze lauten, gehört zu dem Produkt, das die Menge in seiner Nährwerttabelle nachweist. Welche Schwellen es gibt, listet der Beitrag zur Dosierung.

Omega-3-Fettsäuren

Eine Gruppe mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Die drei bekanntesten heißen ALA, EPA und DHA. ALA kommt aus Pflanzen, EPA und DHA kommen aus fettem Seefisch und aus Mikroalgen.

ALA

Alpha-Linolensäure, das pflanzliche Omega-3 aus Leinsamen, Walnüssen und Rapsöl. Der Körper kann sie nicht selbst bilden und muss sie mit dem Essen aufnehmen. Aus ALA bildet er wenig EPA und DHA.

EPA und DHA

Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure, die zwei Omega-3-Fettsäuren aus Fisch und Algen. Auf einer Omega-3-Dose stehen sie als eigene Zeile in der Nährwerttabelle, getrennt von ALA.

Bundeslebensmittelschlüssel

Die Nährwertdatenbank des Bundes für Lebensmittel, kurz BLS. Sie ist nicht frei im Netz lesbar; das BfR zitiert daraus die Version 3.02 mit den neun Werten der ersten Tabelle.

USDA FoodData Central

Die Nährwertdatenbank des US-Landwirtschaftsministeriums, frei im Netz lesbar. Der Teil SR Legacy liefert hier die Werte für Leinöl, Chiasamen, Hanfsamen, Sojaöl und Forelle, jeder mit einer Datensatznummer.

Schätzwert

Ein Referenzwert, den die DGE schätzt, weil der genaue Bedarf nicht bekannt ist. Für ALA lautet er 0,5 Prozent der Energie, für alle Altersgruppen gleich.

Angemessene Zufuhr

Der Referenzwert der EFSA, wenn sich ein genauer Bedarf nicht bestimmen lässt. Für EPA und DHA sind es 250 mg am Tag für Erwachsene.

Energieprozent

Ein Anteil an der Energie, die Du am Tag aufnimmst. 0,5 Prozent von 2.000 kcal sind 10 kcal. Geteilt durch 9 kcal je Gramm Fett ergibt das 1,1 g ALA.

Omega-3-Quelle

Erlaubte Angabe auf dem Etikett ab 0,3 g ALA oder 40 mg EPA und DHA je 100 g und je 100 kcal. „Hoher Gehalt“ verlangt das Doppelte. Bei reinem Öl heißt das 2,7 g bzw. 5,4 g ALA je 100 g.

BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung. Seine Fragen und Antworten zu Omega-3 liefern die BLS-Tabelle, die gemessene Zufuhr in Deutschland und die Obergrenze von 1,5 g aus allen Quellen.

Häufige Fragen

Welches Lebensmittel hat am meisten Omega-3?

Je 100 g die Leinsamen mit 19.970 mg ALA, dahinter Walnüsse mit 10.172 mg und Rapsöl mit 8.584 mg; Leinöl liegt nach der US-Datenbank mit 53.400 mg noch darüber. Bei EPA und DHA führt geräucherte Makrele mit 8.265 mg je 100 g. Die Werte stammen aus dem BLS 3.02 und aus USDA FoodData Central.

Welcher Fisch hat am meisten Omega-3?

In der BLS-Tabelle des BfR die Makrele: 3.164 mg EPA und 5.101 mg DHA je 100 g geräucherter, gegarter Fisch, zusammen 8.265 mg. Dann Thunfisch mit 4.132 mg, Hering mit 2.944 mg, Lachs mit 2.598 mg und Sardine mit 1.534 mg. Roher Fisch enthält mehr Wasser und je 100 g weniger.

Wie viel Omega-3 hat Lachs?

Geräucherter, gegarter Lachs enthält je 100 g 999 mg EPA und 1.599 mg DHA, zusammen 2.598 mg, dazu 356 mg ALA, so der Bundeslebensmittelschlüssel. Ein Stück mit 150 g liefert rund 3.900 mg EPA und DHA. Für 250 mg, die angemessene Zufuhr der EFSA, reichen rechnerisch 10 g.

Haben Walnüsse Omega-3?

Ja, ALA: 10.172 mg je 100 g laut BLS, damit die zweitreichste Pflanze der Tabelle nach Leinsamen. Vier Walnüsse mit etwa 13 g liefern 1.322 mg, das ist das Rechenbeispiel des BfR für den Schätzwert der DGE. EPA und DHA enthalten Walnüsse nicht.

Wie viel Omega-3 haben Chiasamen?

17.800 mg ALA je 100 g nach der US-Datenbank USDA FoodData Central, EPA und DHA null. Ein Esslöffel mit 10 g bringt 1.780 mg ALA. Damit liegen Chiasamen zwischen Leinsamen mit 19.970 mg im BLS und Walnüssen mit 10.172 mg.

Enthält Leinöl EPA und DHA?

Nein. Leinöl liefert ALA, rund 53 g je 100 g nach der US-Datenbank, aber kein EPA und kein DHA. Der Körper bildet aus ALA nur wenig EPA und DHA, schreibt das BfR. Wer EPA und DHA ohne Fisch aufnehmen will, findet sie in Öl aus Mikroalgen.

Was die Tabelle für den Einkauf heißt

Für EPA und DHA führt der Weg über Fisch oder Algenöl, und die Mengen sind klein: Rechnerisch stecken 250 mg in 3 g Makrele oder 10 g Lachs, ein Stück pro Woche liegt darum im Tagesmittel über der Zahl der EFSA. Für ALA genügt ein Esslöffel Rapsöl oder Leinöl am Tag, gemessen am Schätzwert der DGE. Auf der Packung darf „Quelle von Omega-3-Fettsäuren“ erst ab 0,3 g ALA oder 40 mg EPA und DHA je 100 g und je 100 kcal stehen, und die Menge muss dann dabeistehen.

Was die drei Zahlen auf einer Omega-3-Dose bedeuten und warum ALA getrennt von EPA und DHA steht.

EPA und DHA: was auf dem Etikett steht

An welche Tagesmengen die Verordnung ihre Angaben knüpft: 250 mg, 2 g, 3 g und die Obergrenze von 5 g.

Omega-3 Dosierung: welche Mengen gelten

Woher EPA und DHA in Kapseln kommen und was Algenöl von Fischöl unterscheidet.

Algenöl oder Fischöl: die Unterschiede

Bei einem Omega-3-Präparat stehen EPA und DHA je Portion in der Nährwerttabelle. Diese Zeile vergleichst Du mit der Tabelle oben und zwischen zwei Produkten.

Zu den Produkten

Quellen

  1. [1]Bundesinstitut für Risikobewertung: Fragen und Antworten „Omega-3-Fettsäuren: wichtig, aber in Maßen“, mit der Tabelle „Gehalte an ALA, DHA und EPA gemäß Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) 3.02“. Stand 30.04.2026. (BfR) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026
  2. [2]Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Fett und essenzielle Fettsäuren. Schätzwert für α-Linolensäure 0,5 % der Energie, Stand der Ableitung 2000. (DGE) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026
  3. [3]EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies: Scientific Opinion on Dietary Reference Values for fats, including saturated fatty acids, polyunsaturated fatty acids, monounsaturated fatty acids, trans fatty acids, and cholesterol. EFSA Journal 8 (3), 2010, 1461. (EFSA) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026
  4. [4]EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies: Scientific Opinion on the Tolerable Upper Intake Level of eicosapentaenoic acid (EPA), docosahexaenoic acid (DHA) and docosapentaenoic acid (DPA). EFSA Journal 10 (7), 2012, 2815. (EFSA) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026
  5. [5]Verordnung (EU) Nr. 116/2010 der Kommission vom 9. Februar 2010 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 in Bezug auf die Liste nährwertbezogener Angaben, Anhang: „Quelle von Omega-3-Fettsäuren“ und „Mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren“. (EUR-Lex) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026
  6. [6]Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel, konsolidierte Fassung, Artikel 7 Nährwertkennzeichnung. (EUR-Lex) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026
  7. [7]Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel, konsolidierte Fassung, Artikel 30, Anhang XIII und Anhang XIV (Umrechnungsfaktor Fett 37 kJ/g, 9 kcal/g). (EUR-Lex) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026
  8. [8]Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel, konsolidierte Fassung, Anhang, Einträge zu ALA, DHA und EPA. (EUR-Lex) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026
  9. [9]U.S. Department of Agriculture, FoodData Central, SR Legacy: Oil, flaxseed, cold pressed (FDC ID 167702), Fettsäure 18:3 n-3 (ALA) 53,4 g je 100 g. (USDA) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026
  10. [10]U.S. Department of Agriculture, FoodData Central, SR Legacy: Seeds, chia seeds, dried (FDC ID 170554), Fettsäure 18:3 n-3 (ALA) 17,8 g je 100 g. (USDA) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026
  11. [11]U.S. Department of Agriculture, FoodData Central, SR Legacy: Seeds, hemp seed, hulled (FDC ID 170148), Fettsäure 18:3 n-3 (ALA) 8,68 g je 100 g. (USDA) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026
  12. [12]U.S. Department of Agriculture, FoodData Central, SR Legacy: Oil, canola (FDC ID 172336), Fettsäure 18:3 n-3 (ALA) 9,14 g je 100 g. (USDA) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026
  13. [13]U.S. Department of Agriculture, FoodData Central, SR Legacy: Oil, soybean, salad or cooking (FDC ID 171411), Fettsäure 18:3 n-3 (ALA) 6,79 g je 100 g. (USDA) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026
  14. [14]U.S. Department of Agriculture, FoodData Central, SR Legacy: Fish, trout, rainbow, farmed, raw (FDC ID 173717), EPA 0,217 g und DHA 0,516 g je 100 g, sowie Fish, trout, rainbow, farmed, cooked, dry heat (FDC ID 173718), EPA 0,259 g und DHA 0,616 g je 100 g. (USDA) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026
  15. [15]Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Kalium, Tabelle 1 mit den Portionsgrößen der Beispieltage, darin ein Stück Fisch mit 150 g. Letzte Änderung 10.09.2025. (DGE) Quelle öffnen — abgerufen am 18. September 2026

Autor

Mert Sirin, Gründer von supnature, im Porträt vor grünem Blattwerk.

Mert Sirin

Mert Sirin hat supnature gegründet und verantwortet Sortiment und Redaktion. Er arbeitet mit den Analysezertifikaten der eigenen Chargen und schreibt im Magazin über Kennzeichnung, Messwerte und Laborprüfung.

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Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information zu Zusammensetzung, Kennzeichnung und Laborprüfung von Nahrungsergänzungsmitteln. Er ersetzt keine individuelle Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

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